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60 Jahre Élysée-Vertrag

Im Wein liegt Freundschaft

Caroline Schneider

Die Winzer Fabian Zähringer (links) und Pierre-Yves Meyer am 22. September 2022 in Blienschwiller, © Franck Delhomme

19. Dezember 2022

Die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages jährt sich am 22. Januar 2023 zum 60. Mal. Aus diesem Anlass produzierten ein elsässischer und ein badischer Winzer gemeinsam einen deutsch-französischen Wein.

Der Auftrag kam von der deutschen Botschaft in Paris. Bei den Feierlichkeiten anlässlich des 60-jährigen Bestehens der deutsch-französischen Freundschaft im Januar 2023 soll eine grenzüberschreitende Cuvée, also ein Wein aus deutschen und französischen Reben kredenzt werden. In Frankreich spricht man von einer Assemblage.

Freundschaft, Verbindung, Verbundenheit

Dazu wurde ein Wein des Weinguts Zähringer in Heitersheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) mit einem Wein des Winzers Pierre-Yves Meyer aus dem Dörfchen Blienschwiller im Elsass „vermählt“. Beide Winzer stellten den Wein zunächst bei sich selbst her; im Dezember 2022 wurden sie dann im Verhältnis 50:50 kuvetiert.

„Eine optimal zusammengeführte Cuvée schmeckt in der Regel besser als jede Partie für sich“, erklärt Paulin Köpfer, Betriebsleiter des Weingut Zähringer, und macht auch die symbolische Bedeutung der geplanten Cuvée deutlich: „Das Zusammenführen eines deutschen und eines französischen Weins, diese Vermischung, das ist wirklich ein ganz archaisches Bild für Freundschaft, Verbindung und Verbundenheit.“

Die deutsch-französische Cuvée des Jahrgangs 2022 wurde als Weißwein aus der traditionellen Rebsorte Riesling (Weingut Meyer) und der neuen, innovativen Souvignier-Gris-Traube (Weingut Zähringer) im Verhältnis 50:50 gewonnen und enthält 12,5 % Volumenalkohol; der Preis: 18 Euro pro 0,75-Liter-Flasche; Verkaufsstart: 23. Januar 2023; Vorbestellungen bzw. Reservierungen sind möglich.

Neu aufgelegtes Projekt

Grundsätzlich haben der badische und elsässische Weinbau wenig miteinander zu tun. Für die beteiligten Winzer-Familien auf beiden Seiten des Rheins ist es jedoch nicht das erste Mal, dass sie einen grenzüberschreitenden Wein herstellen. Bereits 2007 hatten die heutigen Seniorchefs der beiden Weingüter die Idee eines solchen Gemeinschaftsprojekts.

Damals wurden elsässische Riesling- und badische Grauburgundertrauben dafür gemischt; die 0,7-Liter-Flasche kostete 12,50 Euro. „Die deutsche Botschaft in Paris stieß bei Internetrecherchen auf den Zwei-Länder-Wein von 2007 und dachte sich, das ist ein tolles Projekt – da fragen wir nach, ob so ein Wein noch einmal hergestellt werden kann“, berichtet Paulin Köpfer.

Die Herstellung eines Zwei-Länder-Weins zum 60-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Freundschaft wird nun von der zweiten Generation fortgeführt. Pierre-Yves Meyer aus dem Elsass ist stolz darauf, das Projekt seines Vaters neu umgesetzt zu haben: „Früher standen sich die Deutschen und die Franzosen im Schlachtfeld gegenüber – heute produzieren wir zum zweiten Mal einen gemeinsamen Wein. Und wer weiß, vielleicht machen auch unsere Kinder das noch einmal. Das wäre doch schön.“

Der deutsch-französische Wein soll u. a. dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier bei den Feierlichkeiten im Januar 2023 ausgeschenkt werden. Aber auch andere können damit auf die deutsch-französische Freundschaft anstoßen. Die Produktion beträgt 2500 Flaschen, davon geht etwa ein Drittel an die deutsche Botschaft in Paris. Die übrigen Flaschen werden von den beiden Weingütern online angeboten, und sie können in Blienschwiller und Heitersheim vor Ort erworben werden.

Rückblick:
50 Jahre Élysée-Vertrag: Momente der Freundschaft, Charles de Gaulle – Konrad Adenauer
, 1963–2013

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