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Sars-CoV-2

Frankreich im Ausnahmezustand

Von Birgit Holzer und Jörg-Manfred Unger

© Unsplash

18. Juni 2021

März 2020. „Wir sind im Krieg!“ Sechs Mal wiederholte Emmanuel Macron während seiner Fernsehansprache am Abend des 16. März angesichts der Corona-Pandemie seine martialischen Worte, um den Ernst der Lage zu beschreiben. Die Chronologie der Corona-Krise in Frankreich.

Schritt für Schritt verschärfen sich derzeit die gesundheitliche, die wirtschaftliche und auch die soziale Lage in Frankreich. Bis dahin hatte noch große Unbeschwertheit im Land vorgeherrscht: viele Menschen waren trotz gegensätzlicher Vorgaben der Regierung im Freien oder auf Märkten unterwegs gewesen. Dabei gelte es mit dem Coronavirus einen „unsichtbaren, nicht greifbaren Feind“ zu bekämpfen, warnte Macron und klang dabei wie ein Feldherr, der zu seiner Armee spricht. „Ich appelliere an alle politischen, wirtschaftlichen, sozialen und zivilgesellschaftlichen Akteure – an alle Franzosen – sich in diesen nationalen Zusammenhalt einzureihen, dank dem unser Land schon so viele Krisen überwunden hat.“

Kontrast zu Deutschland

Was für ein Kontrast zu den behutsamen Worten, die Bundeskanzlerin Angela Merkel zwei Tage später ihrerseits in einer Fernsehansprache, der ersten dieser Art überhaupt, wählte. „Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge“, sagte sie unter anderem und warnte ebenfalls vor der außergewöhnlichen Gefahr, die von der Pandemie ausgeht. Dabei verzichtete sie nicht nur auf die eindringliche Sprache Macrons, sondern zunächst auch auf ebenso weitgehende Maßnahmen.

In Frankreich waren – wie in den meisten anderen europäischen Ländern – zum Zeitpunkt der Ansprache des Präsidenten bereits die Schulen, Kindertagesstätten, Universitäten, Restaurants, Museen, Einkaufszentren und andere öffentliche Plätze geschlossen. Nun verkündete er darüber hinaus eine massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit und das gleich über mehrere Wochen.

Alle müssen nun außerhäusig eine Bescheinigung vorweisen können, in dem der Grund für den Ausgang (bis zu einem Radius von einem Kilometer) steht. Erlaubt bleibt, das Notwendigste in Lebensmittelgeschäften einzukaufen (deren Kundschaft nur sukzessive in kleinen Gruppen Zugang bekommt, was zu Schlangen vor den Geschäften führt), alleine Sport zu treiben (Ausnahme: Fahrrad fahren), den Hund auszuführen, einen Arzt im Notfall und in Ausnahmefällen aufzusuchen, im Fall einer Trennung seine Kinder zu sehen, anderen zu helfen oder zu arbeiten, falls Homeoffice nicht möglich ist.

Supermärkte, Apotheken (Zugang nur einzeln sowie eingeschränkter Verkauf einzelner Arzneimittel wie Paracetamol) und Tankstellen bleiben vorerst geöffnet, eingeschränkt werden der Betrieb der öffentlichen Verkehrsmittel (SNCF: 15 % der bisherigen Fahrten in der Provinz, 30 % im Großraum Paris); die Post hat Öffnungszeiten und Leistungen reduziert (z. B. sind wegen der Infektionsgefahr keine Einschreibesendungen mit Rückschein möglich); Kundenkontakt zu Bank- und Versicherungsfilialen ist nur per E-Mail oder telefonisch möglich.

Globale Gesundheitskrise

Rund 100.000 Polizisten und Gendarmen im ganzen Land kontrollieren die Einhaltung der neuen Regeln – nicht nur in Paris sogar mit Hubschraubern und Drohnen. Bei Missachtung der Vorschriften wird eine Geldbuße von 135 Euro pro Person verhängt, im Wiederholungsfall 1500 Euro.

Die Nationalversammlung, infolge der Infizierung einiger Abgeordneter dezimiert, rief eine „Gesundheitskrise“ aus. Diese verleiht dem Premierminister außergewöhnliche Befugnisse, z. B. Einschränkungen der Personenfreizügigkeit oder der Versammlungs- und der Gewerbefreiheit. Reformprojekte wie die unpopuläre Rentenreform oder die geplanten Veränderungen der Arbeitslosenversicherung wurden vorerst ausgesetzt.

Alle französischen Städte trafen zusätzliche Maßnahmen wie abendliche Ausgangssperren oder die Schließung von Parks, Ufer- und Strand-Promenaden. Denn immer noch waren dort bis dahin viele sogar in Gruppen unterwegs.

Wie die Tuilerien in Paris wurden alle öffentlichen Parkanlagen in Frankreich geschlossen. © Adobe Stock

Tatsächlich tat sich die Regierung zunächst schwer damit, eine weitestgehende Ausgangssperre zu rechtfertigen, während sie auf Druck von Senatspräsident Gérard Larcher gleichzeitig die erste Runde der Kommunalwahlen am 15. März beibehalten und die Wähler dazu aufgerufen hatte, sich an die Urnen zu begeben – was zu der historisch hohen Enthaltungsquote von 55,25 Prozent führte sowie die Verschiebung des zweiten Wahlgangs in den Städten und Gemeinden, wo kein Bürgermeister die notwendige Mehrheit erhalten hatte, auf einen späteren, noch unbekannten Zeitpunkt.

Beispiele europäischer Solidarität

Nicht nur für diese inkonsequente Entscheidung erntete die Regierung Kritik. In den Krankenhäusern herrschte Mangel an Schutzmasken, die mittlerweile komplett vergriffen und erst in Wochen wieder lieferbar sein sollen. Die Notaufnahmen arbeiten oft bereits seit Jahren am Limit, sodass der Druck wuchs, insbesondere in den schwer betroffenen Gebieten wie der Region Grand Est, die an Deutschland und die Schweiz grenzt, sowie der Hauptstadtregion.

Nachdem es in den ersten Tagen der zunehmenden Epidemie im besonders betroffenen Ostfrankreich keine Hilfen aus den Nachbarländern gab, erklärten sich schließlich sowohl die Schweiz, als auch die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland dazu bereit, in ihren Krankenhäusern Kapazitäten für französische Corona-Patienten zur Verfügung zu stellen. Auch die französische Armee kam zum Einsatz, z. B. um besonders schwer Erkrankte zu transportieren oder ein Feldkrankenhaus inklusive 30 Intensivbetten in der Nähe von Mulhouse einzurichten.

Am 24. März 2020 waren in Frankreich rund 22.300 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, über 1100 starben daran. In den Pflegeheimen des Landes (EHPAD) rechnet man mit 100.000 Toten.

Applaus vom Balkon

Überall in Frankreich entstanden in der Corona-Krise wie in Italien nach kurzer Zeit neue Rituale. Neben „Partys“, bei denen Nachbarn zur gleichen Zeit die Musik aufdrehen und dazu tanzen, setzt sich vor allem die tägliche Hommage für das Krankenhauspersonal durch, das unter Gefährdung der eigenen Gesundheit und trotz höchst angespannter Arbeitsbedingungen unermüdlich im Einsatz ist: Jeden Abend um 20 Uhr wird an offenen Wohnungsfenstern und auf Balkonen geklatscht – ein berührender Moment in diesen Tagen allgemeinen Misstrauens und der Angst.

Das Krankenhauspersonal seinerseits bittet um die strikte Einhaltung der aktuellen Vorschriften, die teilweise immer noch nicht respektiert würden (Fußballspiele Jugendlicher, Ausflüge und Einkaufsfahrten mit dem Auto etc.).

Drohende Finanzkrise

Der französische Staatspräsident rechnet nach der Gesundheitskrise mit einer „nie dagewesenen Finanzkrise, einer echten Wirtschaftskrise“, wie er in einem Interview sagte. Der Wirtschaft versprach die Regierung bereits jetzt milliardenschwere Hilfen, vom Konkurs bedrohten Betrieben Bankkredite. Der Staat lässt die Menschen nicht im Stich, so die Botschaft Macrons. Und: „Wir werden siegen!“

Links

Berichte aus Frankreich, Die Situation in Deutschland, Berichte aus Deutschland

Updates

17. Juni 2021: insgesamt 5.750.433 bestätigte Infektionen in Frankreich, 110.663 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 7-Tage-Inzidenz: 40,0 / 100.000 Einwohner (Quelle: Santé publique France); Impfungen bis zum 15. Juni: 45,6 Mio = 66,9 / 22,4 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

10 Tage früher als geplant tritt in Frankreich angesichts der „positiven epidemischen Entwicklung“ (Premierminister Jean Castex) die dritte Stufe des Ausstiegs aus dem Lockdown in Kraft, mit der die Corona-Maßnahmen weitgehend beendet werden: u. a. wurde die Maskenpflicht im Freien am 17. Juni bis auf wenige (ggf. regionale) Ausnahmen (z. B. in Warteschlangen und auf Märkten) aufgehoben; die nächtliche Ausgangssperre endet am 20. Juni um 6 Uhr morgens – gerade rechtzeitig vor dem ersten Wahlgang der Regionalwahlen und der Fête de la musique. (JMU)

10. Juni 2021: insgesamt 5.729.967 bestätigte Infektionen in Frankreich, 110.299 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 7-Tage-Inzidenz: 53,2 / 100.000 Einwohner (Quelle: Santé publique France); Impfungen bis zum 7. Juni: 40,8 Mio = 59,9 / 18,9 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Seit dem 9. Juni ist in Frankreich die 3. Stufe des Ausstiegs aus dem Lockdown in Kraft getreten, über deren Einzelheiten (Beschränkungen des öffentlichen Lebens, Ein- und Ausreisen etc.) die deutschen Vertretungen in Frankreich informieren. U. a. beginnt die Sperrstunde nun erst ab 23 Uhr (und soll am 29. Juni ganz aufgehoben werden); Innen- und Außengastronomie sind unter Auflagen geöffnet; bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ist der „pass sanitaire“ Pflicht, ein Nachweis über Test-, Impf- und Genesenenstatus. (JMU)

4. Juni 2021: insgesamt 5.694.076 bestätigte Infektionen in Frankreich, 109.857 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Santé publique France); Impfungen bis zum 1. Juni: 37,5 Mio = 55,0 / 16,9 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Seit vergangenem Montag ist die Priorisierung von Bevölkerungsgruppen bei den Impfungen gegen Covid-19 aufgehoben; ab 15. Juni soll die Teilnahme an der Impfkampagne zudem auch für über 12-Jährige möglich sein. Täglich werden über eine Software des Technologieunternehmens Doctolib bis zu 400.000 Impftermine vergeben; die Nachfrage sei jedoch derzeit „50 Mal höher“ (Doctolib-Vorstandsvorsitzender Stanislas Niox-Chateau) als die absehbar zur Verfügung stehenden Impfdosen.

Landesweit liegen die positiven Testergebnisse trotz der seit dem 19. Mai in Kraft getretenen Lockerungen der Corona-Restriktionen bei moderaten 3 Prozent; in den sechs Département Charente, Charente-Maritime, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne und Pyrénées-Atlantique beträgt der Reproduktionswert jedoch über 1 – ein „Alarmsignal“, so Regierungssprecher Gabriel Attal, das zu höchster Wachsamkeit Anlass gebe.

Zum 9. Juni entfällt bei der Einreise nach Frankreich die Testpflicht für Geimpfte und Genesene aus der EU und dem Schengenraum . Nicht-Geimpfte können dann auch einen Antigen-Test statt eines PCR-Tests vorlegen. (JMU)

28. Mai 2021: insgesamt 5.646.897 bestätigte Infektionen in Frankreich, 109.319 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Santé publique France); Impfungen bis zum 25. Mai: 33,7 Mio = 49,4 / 14,9 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Weitere aktuelle Zahlen: 12.268 Neuinfektionen seit dem Vortag; 3.486 Krankenhaus-Aufnahmen in den vergangenen sieben Tagen (davon 680 in Intensivstationen); 7-Tage-Inzidenzwert in der 20. Woche: 124 (vs. 154 in der Vorwoche). Die epidemiologische Entwicklung verläuft weiterhin positiv; gleichwohl bleibt die Lage in den Krankenhäusern angespannt. (JMU, Quelle: Santé publique France)

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat das Corona-Vakzin von BioNTech/Pfizer für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Auf dem Bild: der Sitz des Pharmaunternehmens BioNTech in Mainz, An der Goldgrube 12,  © BioNTech SE

21. Mai 2021: insgesamt 5.979.099 bestätigte Infektionen in Frankreich, 108.343 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 19. Mai: 30,9 Mio = 45,3 / 13,9 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Die Terrassen der Restaurants und Cafés dürfen wie geplant in der zweiten Phase der Lockerungen (vom 19. Mai bis 9. Juni) ab 19. Mai unter Beachtung strenger Regeln, z. B. mit reduziertem Platzangebot, wieder geöffnet werden.

Geschäften ist der Handel bei limitierten Zugangsberechtigungen wieder erlaubt, die Öffnungen betreffen auch kulturelle Einrichtungen wie Museen, Theater, Kinos etc.; touristische Angebote dürfen eingeschränkt wieder angeboten werden, Gleiches gilt für Freizeit und Sport; der Präsenzunterricht an Hochschulen ist bei begrenzten Teilnehmerzahlen wieder möglich; die Ausgangssperre gilt abends erst ab 21 Uhr. 

Ab 30. Juni – rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien –, so der Plan der Regierung, soll nach Möglichkeit die weitgehende Rückkehr zur Normalität erfolgen. (JMU)

Die Außengastronomie darf ab dem 19. Mai wieder öffnen. Das Café-Restaurant Le Grand Corona im 8. Pariser Arrondissement gab es schon vor der Pandemie. © Shutterstock

14. Mai 2021: insgesamt 5.902.343 bestätigte Infektionen in Frankreich, 107.411 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 11. Mai: 26,8 Mio = 39,3 / 12,3 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

7. Mai 2021: insgesamt 5.789.283 bestätigte Infektionen in Frankreich, 106.011 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 5. Mai: 23,9 Mio = 35,1 / 10,6 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Frankreich beschleunigt seine Impfkampagne: Ab 10. Mai können sich alle über 50-Jährigen impfen lassen; nicht verimpfte Dosen stehen am Folgetag ab 12. Mai allen zur Verfügung, so Staatspräsident Emmanuel Macron anlässlich eines Besuchs im Parc des Expositions an der Porte de Versailles in Paris, wo ein neues Impfzentrum einrichtet wurde.

Ebenfalls impfen lassen können sich ab sofort 16- und 17-Jährige mit Vorerkrankungen, die dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus ausgesetzt sind. (JMU)

30. April 2021: insgesamt 5.653.533 bestätigte Infektionen in Frankreich, 104.385 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 27. April: 20,5 Mio = 30,1 / 8,07 (vollständiger Impfschutz) je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Frankreich plant den Ausstieg aus dem Lockdown in vier Etappen mit u. a. folgenden Regeln:

  • Trotz momentan noch hoher Inzidenzzahlen entfallen ab 3. Mai die Ausgangsbescheinigungen tagsüber und die Begrenzung des Bewegungsradius. Für die Einreise nach Frankreich reichen ein negativer, höchstens 72 Stunden alter PCR-Test und eine Selbsterklärung bezüglich der Corona-Symptom-Freiheit; das touristische Beherbergungsverbot entfällt. In den Mittelstufen-Klassen der Schulen findet Hybrid-Unterricht statt. Die Sperrstunde von 19 Uhr bis 5 Uhr wird beibehalten, ebenso die Maskenpflicht und das Verbot des Alkoholverbots im öffentlichen Raum. Bei Treffen gilt eine Obergrenze von sechs Personen, die im privaten Raum nur empfohlen wird. Restaurants und Cafés dürfen Lieferservice und Take-Away anbieten.
  • Ab dem 19. Mai soll ein großer Schritt hin zu „unserer französischen Lebensart“ (Emmanuel Macron) erfolgen: die Ausgangssperre gilt erst ab 21 Uhr und bis 6 Uhr; Geschäfte, Außengastronomie (bis zu sechs Gäste pro Tisch), Museen, Kinos und Theater dürfen unter Auflagen wieder öffnen, u. a. gelten Personen-Obergrenzen.
  • Ab 2. Juni will Frankreich im Einklang mit der EU sämtliche Corona-Tests und -Impfungen auf einem sogenannten Pass Sanitaire speichern. Erleichterungen für vollständig Geimpfte sind noch unklar.  
  • Ab 9. Juni: Sperrstunde ab 23 Uhr, Öffnung der Innengastronomie mit bis zu sechs Gästen am Tisch, Öffnung der Sporthallen und Fitnessstudios.
  • Ab 30. Juni: Ende der Sperrstunde; Diskotheken, Nachtclubs etc. bleiben geschlossen.

Voraussetzung für alle Maßnahmen ist eine entsprechende Entwicklung der Epidemie. Eine „Notbremse“ soll regional erst ab einer Inzidenz von 400 greifen.

Über 18-Jährige mit bestimmten Erkrankungen können sich ab sofort neben weiterhin priorisierten Altersgruppen gegen eine Corona-Infektion impfen lassen. (JMU)

23. April 2021: insgesamt 5.469.674 bestätigte Infektionen in Frankreich, 102.323 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 20. April: 17.868.688 / 4.850.310 (vollständiger Impfschutz) = 26,22 / 7,12 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Ministerpräsident Jean Castex bestätigte während einer Pressekonferenz in Gegenwart mehrerer Minister die geplante und angekündigte Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen ab 26. April, Bildungseinrichtungen der Sekundarstufen ab 3. Mai und ausgewählter kultureller Einrichtungen und Außengastronomie ab Mitte Mai aufgrund der „wegen Impffortschritten und ergriffenen Maßnahmen positiven Entwicklung“. Der Höhepunkt der dritten Infektionswelle sei überschritten. Die Aufhebung des tagsüber erlaubten 10-Kilometer-Ausgangsradius ab 3. Mai hänge indes von der weiteren Ausbreitung der Epidemie ab. (JMU)

16. April 2021: insgesamt 5.248.854 bestätigte Infektionen in Frankreich, 100.232 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 13. April: 15.348.439 / 3.982.264 (vollständiger Impfschutz) = 22,52 / 5,84 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

In Frankreich wurden bis zum 15. April 2021 über 100.000 mit oder an Corona Verstorbene gezählt (Deutschland: 79.628). In Europa gab es bis zu diesem Zeitpunkt nur in Großbritannien (127.000) und Italien (115.000) mehr Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus; in Belgien und Portugal ist die Fallzahl, bezogen auf die Einwohnerzahl, prozentual jedoch höher. Weltweit fielen bislang fast drei Millionen Menschen der Seuche zum Opfer. (JMU)

9. April 2021: insgesamt 5.000.156 bestätigte Infektionen in Frankreich, 98.196 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 6. April: 12.789.529 / 3.227.796 (vollständiger Impfschutz) = 18,77 / 4.74 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Obwohl die Europäische Arzneimittelbehörde EMA einen möglichen Zusammenhang von „sehr seltenen“ Hirnthrombosen mit dem Impfstoff von AstraZeneca festgestellt hat, ihn aber weiter empfiehlt, weil der Nutzen des Vakzins mögliche Risiken übertreffe, befürwortet die dem Robert-Koch-Institut (RKI) vergleichbare französische Haute Autorité de santé (HAS) die Zweitverimpfung für unter 55-Jährige mit dem Impfstoff von Pfizer oder Moderna. Betroffen sind etwa 533.000 Französinnen und Franzosen, die vor allem im Gesundheitwesen tätig sind. (JMU)

2. April 2021: insgesamt 4.755.780 bestätigte Infektionen in Frankreich, 96.106 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 1. April: 11.386.807 / 2.851.057 (vollständiger Impfschutz) = 16,71 / 4.18 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

„Die vor zwei Wochen beschlossenen Maßnahmen hatten keine hinreichenden Auswirkungen“ auf das Infektionsgeschehen in Frankreich, erklärte Staatspräsident Emmanuel Macron am Abend des 31. März in seiner siebten Fernsehansprache seit Beginn der Corona-Pandemie bezüglich der epidemischen Lage im Land.

Die bereits in 19 Départements geltenden Vorschriften (Sperrstunde von 19 bis 6 Uhr, weitgehende Maskenpflicht, Schließung aller nicht lebenswichtigen Geschäfte, ein Bewegungsradius von 10 km u. v. a. m.) gelten daher ab dem 3. April für vier Wochen landesweit; die Schulen werden über die Frühjahrsferien hinaus bis zum 25. April geschlossen; am 26. April sollen zunächst Kindergärten und Grundschulen wieder öffnen.

Die dritte Infektionswelle mit rasant schneller Verbreitung von ansteckenderen und tödlicheren Corona-Mutanten und der damit verbundenen Auslastung von Krankenhauskapazitäten insbesondere in der Île-de-France, zu der der Großraum Paris gehört, erfordere den erneuten harten Lockdown. Zugleich stellte er 10.000 weitere Intensivbetten, die möglichst schnelle Umsetzung der Impfkampagne und ab Mitte Mai damit verbundene vorsichtige Öffnungen u. a. von Kultureinrichtungen, Außengastronomie etc. in Aussicht. (JMU)

26. März 2021: insgesamt 4.484.659 bestätigte Infektionen in Frankreich, 93.535 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 24. März: 9.420.514 / 2.549.521 (vollständiger Impfschutz) = 13,82 / 3.74 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Auch in den Départements Rhône, Nièvre et Aube gelten wie in 16 weiteren Départements (siehe 19. März) ab sofort für vier Wochen umfangreichere Lockdown-Regeln; Gesundheitsminister Olivier Véran betonte in diesem Zusammenhang, dass es in Frankreich „nicht einen Lockdown“ gebe, sondern „50 Nuancen von Maßnahmen“. Schulschließungen bezeichnete er wegen weitreichender Folgen als „ultima ratio“: landesweit sind am 25. März ledglich 2962 Klassen und 105 Schulen geschlossen.

Frankreich ist für Deutschland mit Wirkung vom 28. März Hochrisikogebiet – im Großraum Paris liegt die 7-Tage-Inzidenz bei über 600 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner; auch in anderen Landesteilen ist die Situation vor allem in den Krankenhäusern extrem angespannt, täglich werden den Behörden rund 30.000 Neuinfektionen gemeldet. Damit gelten besondere Vorschriften für die Ein- und Ausreise; der Pendelverkehr an der deutsch-französischen Grenze soll durch Ausnahmen insbesondere bei der Häufigkeit der Testpflicht aufrechterhalten bleiben; Grenzschließungen wie im Frühjahr 2020 gelte es zu vermeiden, so die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. (JMU)

19. März 2021: insgesamt 4.241.973 bestätigte Infektionen in Frankreich, 91.833 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 15. März: 7.552.120 / 2.256.385 (vollständiger Impfschutz) = 11,08 / 3.31 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

In zunächst 16 Départements der Regionen Île-de-France (darunter der Großraum Paris), Hauts-de-France, Alpes-Maritimes, Seine-Maritime und Eure mit ihren insgesamt 21 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner gelten ab morgen wieder – zunächst für vier Wochen – verschärfte Vorschriften, die u. a. durch die Inzidenz der Neuinfektionen und der angespannten Lage in den Krankenhäusern unabdingbar seien, so Premierminister Jean Castex auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Donnerstag; er bezeichnete die Maßnahmen als „pragmatisch, verhältnismäßig und regional“. Corona-Patientinnen und -patienten müssen in den betroffenen Gebieten teilweise wieder wie vor einem Jahr in andere Landesteile gebracht werden – u. a. mit Hubschraubern und in für Krankentransporte umgebauten TGV-Zügen.

In den angeführten Départements dürfen nur Geschäfte für den Grundbedarf öffnen; der Ausgang ist zeitlich unbegrenzt bis zu 10 Kilometern vom Wohnort entfernt erlaubt; die Ausgehsperre greift auch im Hinblick auf die Sommerzeit ab 19 Uhr (statt bisher ab 18 Uhr); an mindestens vier Tagen in der Woche soll die Arbeit nach Möglichkeit im Homeoffice stattfinden; die Schulen bleiben vorerst geöffnet.

Bis zum Inkrafttreten der Verordnung flüchteten innerhalb eines Zeitfensters von gut einem Tag über überlastete Ausfallstraßen und -autobahnen, auf denen es in Spitzenzeiten zu 400 Kilometern Stau kam, sowie mit der SNCF, deren Sprecher von einem stark erhöhten Fahrgastaufkommen vor allem in die westlichen Landesteile und 73.000 verkauften Fahrkarten berichtete, Zehntausende nicht nur aus dem Großraum Paris in die Provinz. (JMU)

12. März 2021: insgesamt 4.050.575 bestätigte Infektionen in Frankreich, 89.984 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen : 6.197.209 / 2.032.791 (vollständiger Impfschutz) = 9,17 / 3.00 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Mit der Vakzine von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA einen vierten Impfstoff zugelassen, von dem eine einzige Dosis für die weitgehende Immunisierung reicht; die ersten Lieferungen sollen im April erfolgen. Bereits ab 15. März werden in Frankreich für bestimmte Personengruppen u. a. auch 18.400 Apotheken in die Impfkampagne eingebunden.

Gleichzeitig stoppen die Behörden Impfungen mit dem Mittel des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca, das die EMA am 18. März nach erneuter Prüfung jedoch als „sicher“ bezeichnet – die Vorteile des Vakzins würden überwiegen, auf seltene Nebenwirkungen wie Thrombosen werde man künftig hinweisen. (JMU)

5. März 2021: insgesamt 3.918.397 bestätigte Infektionen in Frankreich, 88.412 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen bis zum 3. März: 5.016.763 / 1.771.246 (vollständiger Impfschutz) = 7,40 / 2,61 je 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Die nationale Impfkampagne wird massiv vorangetrieben; gleichzeitig setzt Frankreich auf lokale und regionale Anpassungen bei der Bekämpfung des Coronavirus.

Zwischen Menton und Théoule-sur-Mer gibt es seit dem 26. Februar einen Wochenend-Lockdown, von dem 63 Kommunen betroffen sind: Von Freitag, 18 Uhr, bis Montag, 6 Uhr, darf man das Haus nur mit triftigem Grund verlassen (weitere Regeln wie der 5-Kilometer-Entfernungsradius siehe frühere Lockdowns); das Gleiche gilt in Gemeinden des Departements Hauts-de-France und Pas-de-Calais. 23 Departements stehen unter „verstärkter Beobachtung“ – hier drohen ebenfalls verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie.

Das Departement Moselle wurde vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Virusvarianten-Gebiet eingestuft (was u. a. Auswirkungen auf den Grenzverkehr mit Deutschland hat; bei Grenzüberschreitungen in zahlreichen Gebieten gilt zudem Testpflicht und wird die Vorlage einer Selbsterklärung verlangt, symptomfrei zu sein); ganz Kontinentalfrankreich und drei französische Überseegebiete sind laut RKI „Risikogebiete“.

Unverändert gilt landesweit eine Sperrstunde von täglich 18 Uhr bis 6 Uhr, ebenso wie die weitgehende Maskenpflicht. Geschäfte sind – u. a. abhängig von ihrer Verkaufsfläche – teilweise geschlossen, Kundenobergrenzen regeln den Zugang. Private Treffen sind auf sechs Personen begrenzt. Restaurants, Cafés etc. dürfen nur Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf anbieten; Bars, Clubs u. ä. bleiben geschlossen, Schulen grundsätzlich geöffnet. Individualsportarten wie Reiten, Joggen oder Fahrradfahren sind erlaubt, ebenso Mannschaftssportarten im Freien. Hotels, Gästezimmer und Campinglätze sind geöffnet, hier gelten – wie generell – strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Reisen werden durch die rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit jedoch massiv eingeschränkt. Ziel ist es, Mobilität – ebenso wie Kontakte – auf das absolut Notwendige zu reduzieren. (JMU)

26. Februar 2021: insgesamt 3.746.476 bestätigte Infektionen in Frankreich, 85.734 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Die französischen Youtuber Mcfly und Carlito landeten mit ihrem Clip „Ich erinnere mich“ (Je me souviens) über Corona-Müdigkeit, Hygiene-Verhalten und Regelverstöße einen viralen Hit: die Zielvorgabe Emmanuel Macrons von zehn Millionen Klicks erreichten sie innerhalb kürzester Zeit.

Die französischen Youtuber Mcfly und Carlito landeten mit ihrem Clip „Ich erinnere mich“ (Je me souviens) über Corona-Müdigkeit, Hygiene-Verhalten und Regelverstöße einen viralen Hit: die Zielvorgabe Emmanuel Macrons von zehn Millionen Klicks erreichten sie innerhalb kürzester Zeit. (JMU)

19. Februar 2021: insgesamt 3.536.648 Fälle in Frankreich, 83.393 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

12. Februar 2021: insgesamt 3.465.966 Fälle in Frankreich, 80.951 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); mindestens Erst-Impfungen: 2.356.862 = 3,51 / 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

Das französische Parlament hat der Verlängerung des gesetzgeberischen Ausnahmezustandes bis zum 1. Juni 2021 zugestimmt. Grundsätzlich bleiben die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie bestehen (Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr etc.). Gleichwohl kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal lokal und regional mögliche Ausweitungen an, da sich u. a. im ostfranzösischen Département Moselle vermehrt hochansteckende Varianten des Coronavirus verbreiten. (JMU)

5. Februar 2021: insgesamt 3.310.071 Fälle in Frankreich, 78.098 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen (3. Februar 2021): 1.687.026/138.956 (vollständiger Impfschutz) = 2,49/0.20 / 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

29. Januar 2021: insgesamt 3.166.145 Fälle in Frankreich, davon 2.864.265 aktiv, 226.773 Genesungen, 74.601 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen (26. Januar 2021): 1.130.753/6153 (vollständiger Impfschutz) = 1,67/0.01 / 100 Einwohnerinnen und Einwohner (Quelle: Our World in Data)

In einer Pressekonferenz informierte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am 28. Januar 2021 über den Stand der Corona-Krise in Frankreich: täglich verzeichneten die Behörden zuletzt 20.000 Neuinfektionen (davon 2000 mit einer hochansteckenden Mutation des Virus) – seit drei Wochen wöchentlich rund 10 % mehr; am Vortag seien 27.000 Kranke in stationärer Behandlung gewesen, davon 3100 auf Intensivstationen, Tendenz steigend. Offensichtlich reiche die verfügte Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr nicht, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Unmittelbar bevorstehende politische Konsequenzen und Maßnahmen erwähnte der Minister nicht. Stattdessen gab Premierminister Jean Castex am 29. Januar 2021 nach umfangreicher Prüfung verschiedener Szenarien die Entscheidung von Staatspräsident Emmanuel Macron bekannt, vorerst von einem erneuten Lockdown (confinement) abzusehen. Vielmehr werden zeitnah die bestehenden Maßnahmen verschärft: u. a. sind Einreisen aus außereuropäischen Ländern nur noch in Ausnahmefällen möglich (beim Grenzübertritt aus EU-Ländern muss ein negatives Corona-Testergebnis vorliegen, eine Ausnahme gilt für Grenzgänger); Einkaufszentren (centres commerciaux) mit Flächen von über 20.000 qm (Ausnahme: Supermärkte) müssen schließen. Es gehe darum, so der Premierminister, die Epidemie ohne wirtschaftlichen Stillstand zu entschleunigen.

Wegen fehlender in der Europäischen Union zugelassener Impfstoff-Dosen müssen Erstimpfungen nach der in Frankreich zuletzt erfolgreicheren Impfkampagne ab 2. Februar 2021 in zunächst drei Regionen – Ile-de-France, Hauts-de-France und Bourgogne-Franche-Comté – vorerst ausgesetzt werden: die Hersteller Pfizer, AstraZeneca und  Moderna können trotz vertraglicher Vereinbarungen vorerst nicht in vollem Umfang liefern. (JMU)

22. Januar 2021: insgesamt 3.046.371 Fälle in Frankreich, davon 2.753.582 aktiv, 220.650 Genesungen, 72.139 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen: 823.567 (1,21 / 100 Einwohnerinnen und Einwohner; Quelle: Our World in Data)

Trotz weitreichender Restriktionen wie der Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr bleiben die Corona-Fallzahlen in Frankreich auf beunruhigend hohem Niveau: die 7-Tage-Inzidenz beträgt am 21. Januar 209,4 Fälle von Neuinfektionen je 100.000 Einwohner; binnen eines Tages wurden rund 300 Todesfälle gezählt.

Ab dem heutigen Freitag sind daher und wegen hochansteckender Mutationen des Coronavirus nur noch medizinische, FFP2- und Industriemasken des Typs „Kategorie 1“ an den vorgeschriebenen Orten zulässig; das Abstandsgebot wurde auf zwei Meter erhöht; ab Sonntag müssen – von Ausnahmen wie Grenzgängern abgesehen – Einreisende aus Europa an Frankreichs Grenzen ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das nicht älter als 72 Stunden sein darf.

In einem Fernsehinterview bezeichnete Gesundheitsminister Olivier Véran die in der Kritik stehende Impfkampagne des Landes „in 95 Prozent der Fälle“ als „bemerkenswert“; er gehe von bis zu 1,4 Millionen Impfungen bis Ende Januar aus und hoffe auf 9 Millionen bis Ende Februar und 70 Millionen bis Ende August – vorausgesetzt, es stehe genügend Impfstoff zur Verfügung. (JMU)

15. Januar 2021: insgesamt 2.909.723 Fälle in Frankreich, davon 2.627.543 aktiv, 212.728 Genesungen, 69.452 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE); Impfungen (1. Dosis) am 14. Januar 2021: 318.216 (0,49 / 100 Einwohnerinnen und Einwohner; Quelle: Our World in Data)

Wieder steigende Fallzahlen, täglich 200–300 Neuinfektionen allein durch besonders ansteckende, mutierte Coronaviren und eine nur schleppend beginnende Impfkampagne – der französische Premierminister Jean Castex verkündete am 14. Januar auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz die Verlängerung der landesweiten Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr ab 16. Januar, verstärkte Grenzkontrollen, verschärfte Hygienevorschriften in den (nur teilweise geöffneten) Schulen und die Aufnahme von Verimpfungen in 700 Impfzentren für 6,4 Millionen Impfberechtigte ab 18. Januar: bis Ende des Monats soll so über eine Million Französinnen und Franzosen erstgeimpft sein. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen für Betriebe (fonds de solidarité) werden auf vier Milliarden Euro monatlich aufgestockt. Einen erneuten Lockdown schloss der Premierminister nicht aus, sofern die Situation dies erfordere. (JMU)

7. Januar 2021: insgesamt 2.763.251 Fälle in Frankreich, davon 2.491.737 aktiv, 204.680 Genesungen, 66.700 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Premierminister Jean Castex hat am 7. Januar 2021 darüber informiert, dass angesichts der hohen Zahl von rund 15.000 Neuinfektionen täglich (drei Mal soviel wie die Zielvorgabe der Regierung) bis zunächst Ende Januar nicht mit Lockerungen der geltenden Restriktionen zu rechnen sei.

In 15 Departements vor allem im Osten des Landes gilt die Ausgangssperre (couvre-feu) wegen hoher Inzidenzzahlen zudem bereits ab 18 (statt ab 20) Uhr (und bis morgens um 6 Uhr); weitere zehn Departements stehen kurz davor. Im Gegensatz zu Deutschland bleiben die Schulen vorerst geöffnet, da „die Konsequenzen (einer Schließung) sehr schwerwiegend“ seien und sie daher erst im äußersten Notfall erfolge, so Castex; bei einer Verschärfung der Situation müssten jedoch „zusätzliche Maßnahmen“ ergriffen werden – womit er einen dritten Lockdown nicht ausschloss.

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Nach dem schleppenden Start der landesweiten Impfkampagne seit dem 27. Dezember 2020 – nur wenige hundert Französinnen und Franzosen konnten in den ersten Tagen geimpft werden, was in Frankreich als Skandal empfunden wurde – sollen nach den Worten von Gesundheitsminister Olivier Véran nun möglichst schnell „mehrere 10.000 Personen täglich geimpft“ werden „und eine Million bis Ende Januar“.

Die EU-Kommission hat auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema nach dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer unterdessen auch das Mittel des US- Herstellers Moderna zugelassen, was die Lage etwas entspannt; sie bestellte 80 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 80 Millionen. Beide Mittel müssen im Abstand von drei bzw. vier Wochen in zwei Dosen verabreicht werden. (JMU)

31. Dezember 2020: insgesamt 2.657.624 Fälle in Frankreich, davon 2.394.150 aktiv, 198.966 Genesungen, 64.508 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

In Frankreich hat in der letzten Dezemberwoche die Impfkampagne mit der Vakzine von BioNTech und Pfizer begonnen. Geimpft wird zunächst u. a. in den Seniorenbetreuungseinrichtungen (EHPAD) des Landes; je nach Verfügbarkeit von Impfstoffen soll der impfberechtigte Personenkreis sukzessive ausgeweitet werden. Im Frühjahr werde die freiwillige und kostenlose Impfung gegen Corona der gesamten Bevölkerung zur Verfügung stehen, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. Allerdings ist die Impfbereitschaft einer Odoxa-Umfrage zufolge für das Erreichen einer Herdenimmunität zu niedrig, was zu ersten Debatten über potentielle Privilegien Geimpfter führte: Die am 23. und 24. Dezember 2020 repräsentativ für Le Figaro und Franceinfo Befragten lehnen eine Impfung zu 58 % ab.

Unterdessen sollen die abendlichen Ausgangssperren in besonders von der Epidemie betroffenen Gebieten wegen steigender Corona-Infektionszahlen wieder verschärft werden. Man erwäge dort für Anfang Januar eine Ausgangssperre (couvre-feu) ab 18 statt ab 20 Uhr, so der Gesundheitsminister. Besonders ernst sei die Lage derzeit in den Regionen Grand-Est und Auvergne-Rhône-Alpes sowie in den Gebieten Franche-Comté und Alpes-Maritimes. (JMU)

25. Dezember 2020: insgesamt 2.562.615 Fälle in Frankreich, davon 2.307.325 aktiv, 193.121 Genesungen, 62.098 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Nach der Zulassung des Vakzins Comirnaty® der Pharmaunternehmen Pfizer und BioNTech durch die Europäische Arzneimittelagentur Ema und das französische Gesundheitsministerium sollen die für seine Empfänger kostenlosen Impfungen am 27. Dezember 2020 beginnen. Der Impfstoff steht zunächst für Ältere und medizinisches Personal zur Verfügung.

Der nach Auftreten erster Symptome positiv auf das Coronavirus getestete französische Staatspräsident Emmanuel Macron konnte seine Isolation in der staatlichen Residenz La Lanterne bei Paris, wohin er sich zurückgezogen hatte, gemäß der Vorschriften nach sieben Tagen symptomfrei und mit negativem Corona-Testergebnis beenden. Auch Premierminister Jean Castex, der sich als Kontaktperson in Quarantäne begeben musste, hat seine Amtsgeschäfte wieder wie gewohnt aufgenommen. (JMU)

18. Dezember 2020: insgesamt 2.483.524 Fälle in Frankreich, davon 2.236.592 aktiv, 187.199 Genesungen, 57.044 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Premierminister Jean Castex rief am 15. Dezember, dem Tag der Lockerungen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus, erneut zu erhöhter „Wachsamkeit“ auf und empfahl ebenso wie der französische Wissenschaftsrat für die Zeit vor den Weihnachtstagen einen „Selbst-Lockdown“ (auto-confinement). Die Situation sei nach wie vor sehr ernst; hinsichtlich weiterer Lockerungen Anfang 2021 äußerte er sich wenig optimistisch.

Staatspräsident Emmanuel Macron wurde laut einer Mitteilung des französischen Präsidialamtes am 16. Dezember nach dem „Auftreten erster Symptome“ positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich für sieben Tage in Isolation. Er führe seine Arbeit von zuhause aus fort. Premierminister Castex begab sich als Kontaktperson in Quarantäne. (JMU)

11. Dezember 2020: insgesamt 2.391.643 Fälle in Frankreich, davon 2.154.251 aktiv, 180.348 Genesungen, 57.044 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Angesichts des Infektionsgeschehens können die für den 15. Dezember in Aussicht gestellten Lockerungen nicht in vollem Umfang umgesetzt werden, so Premierminister Jean Castex am 10. Dezember 2020. Bis voraussichtlich 7. Januar ersetzt stattdessen eine Sperrstunde (couvre-feu) von 20 Uhr bis sechs Uhr die bisherige Ausgangssperre (confinement) – auch an Silvester, nicht aber an Heiligabend. Während dieser Zeit darf die Wohnung nicht ohne triftigen Grund verlassen werden; in der übrigen Zeit gilt zeitliche und räumliche Bewegungsfreiheit. Die Überseegebiete sind von dieser Verordnung ausgenommen.

Einkäufe sind ab 15. Dezember wieder uneingeschränkt möglich; Theater, Kinos, Museen und andere Orte mit Publikumsverkehr wie Cafés, Bars und Restaurants bleiben hingegen für vorerst weitere drei Wochen geschlossen. Gottesdienste sind bereits seit dem 3. Dezember unter Einhaltung bestimmter Hygieneregeln möglich. Über die Öffnung der Wintersportorte ab Januar 2021 steht eine Entscheidung noch aus. (JMU)

4. Dezember 2020: insgesamt 2.310.271 Fälle in Frankreich, davon 2.083.466 aktiv, 172.574 Genesungen, 54.231 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

27. November 2020: insgesamt 2.235.537 Fälle in Frankreich, davon 2.020.682 aktiv, 163.814 Genesungen, 51.041 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte angesichts der positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens am 24. November in einer Fernsehansprache Lockerungen der seit Ende Oktober geltenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Frankreich an; Premierminister Jean Castex präzisierte in der Folge die „Rückkehr zu einem normaleren Leben in Etappen“ –  stets vorausgesetzt, dass die weitere Entwicklung dies erlaube. Die Änderungen sollen in drei Stufen erfolgen:    

Ab 28. November:

  • alle Geschäfte – einschließlich Friseursalons, Buchhandlungen und Bibliotheken – dürfen an Werktagen bis 21 Uhr unter Einhaltung von umfassenden Hygienevorschriften öffnen (u. a. nicht mehr als eine Person je 8 qm Fläche)
  • die eigene Wohnung darf mit einer Ausgehbescheinigung im Umkreis von 20 km und bis zu 3 Stunden täglich verlassen werden
  • An Gottesdiensten dürfen bis zu 30 Gläubige teilnehmen (nach einer Klage der französischen Bischöfe beim Conseil d’État wird die Anzahl unter Einhaltung bestimmter Abstandsregeln erhöht).

Ab 15. Dezember:

  • die allgemeine Ausgangssperre wird aufgehoben (Voraussetzung: täglich werden landesweit nicht mehr als 5000 Neuinfektionen bekannt und weniger als 3000 Intensivbetten sind belegt); von 21 Uhr bis 7 Uhr tritt (außer am 24. und 31. Dezember) ein Ausgehverbot in Kraft
  • Theater, Kinos, Ausstellungen etc. dürfen unter Auflagen wieder öffnen

Sportstätten, Restaurants, Cafés etc. bleiben weiterhin geschlossen.

Ab 20. Januar (Voraussetzung: täglich werden landesweit nicht mehr als 5000 Neuinfektionen bekannt und weniger als 3000 Intensivbetten sind belegt):

  • Sportstätten, Restaurants, Cafés etc. dürfen wieder öffnen
  • Die Schulen nehmen den Normalbetrieb wieder auf
  • 14 Tage später darf auch an den Hochschulen des Landes wieder Präsenzunterricht stattfinden.

Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, sollen zudem Testergebnisse künftig nach spätestens 24 Stunden vorliegen, Kontaktpersonen schneller identifiziert und Erkrankte besser isoliert werden. (JMU)

20. November 2020: insgesamt 2.137.096 Fälle in Frankreich, davon 1.936.750 aktiv, 153.145 Genesungen, 47.201 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

14. November 2020: insgesamt 1.915.677 Fälle in Frankreich, davon 1.733.371 aktiv, 139.760 Genesungen, 42.600 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Bis zum 1. Dezember werden die in Frankreich beschlossenen strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie aufgrund der angespannten Situation insbesondere in den Krankenhäusern nicht geändert – auch danach sei mit Lockerungen nicht zu rechnen, so Premierminister Jean Castex in einer Fernsehansprache am 12. November, allenfalls was die Öffnung von Geschäften (nicht aber Restaurants, Bistros, Cafés etc.) angehe. Alles andere sei „unverantwortlich“. Aktuell wird jeder vierte Todesfall in Frankreich mit Covid-19 in Verbindung gebracht.

Während des zweiten Lockdowns haben laut Innenministerium 580.000 Kontrollen bezüglich der Einhaltung der Corona-Vorschriften stattgefunden – insbesondere in Paris, der Île-de-France und in den großen Städten und Metropolregionen des Landes; dabei seien 88.455 Bußgelder verhängt worden.

Auch in Frankreich hofft man auf die Zulassung des vom deutschen Pharmaunternehmen BioNTech und dem amerikanischen Konzern Pfizer entwickelten, vielversprechenden Corona-Impfstoffs BNT162b2, der aber „viele Fragen offen“ lasse (Le Figaro); die EU-Kommission hat einen Vertrag über bis zu 300 Millionen Dosen unterzeichnet, von denen Frankreich gemäß seiner Bevölkerungszahl ein Teil zustünde. (JMU)

7. November 2020: insgesamt 1.709.716 Fälle in Frankreich, davon 1.537.990 aktiv, 131.810 Genesungen, 39.916 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle steigt in Frankreich weiterhin rasant. Am 6. November werden 60.486 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – so viele wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie. (JMU)

31. Oktober 2020: insgesamt 1.327.853 Fälle in Frankreich, davon 1.171.071 aktiv, 120.724 Genesungen, 36.058 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Erneut wandte sich Staatspräsident Emmanuel Marcron aufgrund der dramatischen Entwicklung der Corona-Krise in Frankreich am Abend des 28. Oktober in einer Fernsehansprache an die Nation. Er erläuterte das Infektionsgeschehen anhand von Zahlen, informierte über mögliche Maßnahmen, über die intensiv diskutiert worden sei – und verkündete den erneuten landesweiten Lockdown ab 29. Oktober abends bis vorerst 1. Dezember (Ausnahme: die französischen Überseegebiete, wo nur Martinique betroffen ist).

Die Ausgangsbeschränkungen erfolgen nach ähnlichen Regeln wie im Frühjahr, einschließlich einer täglich einstündigen Bewegungsfreiheit mit Bescheinigung im Umkreis von einem Kilometer (Covid-Radius). Einkäufe sind erlaubt (geöffnet sind nur Geschäfte für den Grundbedarf; Supermärkte mussten nach Protesten u. a. von Buchhändlern ihr Sortiment entsprechend reduzieren), Arztbesuche u. ä. Kultur- und Sporteinrichtungen werden ebenso wie Restaurationsbetriebe (Ausnahme: Außer-Haus-Verkauf) und Hotels (Ausnahme: Übernachtungen Geschäftsreisender) geschlossen; religiöse Zeremonien sind bis auf Hochzeiten und Beerdigungen (für die jeweils bestimmte Bedingungen gelten) verboten.

Die Kindertagesstätten und schulischen Einrichtungen des Landes bleiben anders als im Frühjahr geöffnet (an den Hochschulen findet Präsenzunterricht nur in Ausnahmefällen statt), ebenso Grünanlagen, Strände etc.; Besuche in Alters- und Pflegeheimen sind unter Auflagen weiterhin möglich; die Grenzen bleiben unter Bedingungen geöffnet. (JMU)

24. Oktober 2020: insgesamt 1.084.659 Fälle in Frankreich, davon 936.487 aktiv, 113.636 Genesungen, 34.536 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Die Zahl der mit Covid-19 Infizierten hat am 23. Oktober die symbolische Marke von 1 Million überschritten. Innerhalb von 24 Stunden wurden mit diesem Tag landesweit mehr als 42.000 Neuinfektionen gemeldet – in Frankreich so viele wie noch nie seit dem Beginn der Pandemie.

In mehr als der Hälfte (54) aller französischen Départements gilt nun zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens eine Ausgangssperre; 46 Millionen Französinnen und Franzosen sind davon betroffen. Cafés, Bistros etc. sind generell geschlossen; Restaurants dürfen nur Mahlzeiten anbieten.

Der Inzidenzwert liegt landesweit bei 251 (+ 40 % innerhalb einer Woche); bei den über 65jährigen hat sich die Zahl der Neuinfektionen seit 6 Wochen verdreifacht. Premierminister Jean Castex kündigte „sehr viel härtere Maßnahmen“ an, sollte sich die Lage „in den nächsten 2–3 Wochen“ nicht verbessern. (JMU)

17. Oktober 2020: insgesamt 876.342 Fälle in Frankreich, davon 735.003 aktiv, 108.014 Genesungen, 33.325 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Die französische Regierung hat wegen der stark zunehmenden und täglich über 30.000 neuen Corona-Infektionen erneut den Gesundheitsnotstand erklärt, der die schnelle Umsetzung von Beschlüssen in Verordnungen erlaubt.

In einer Fernsehansprache erläuterte Staatspräsident Emmanuel Macron am 14. Oktober die aktuelle Situation und beschlossenen Maßnahmen für Risikogebiete wie den Großraum Paris und derzeit acht weitere besonders stark von der Ausbreitung des Virus betroffene Städte, u. a. Lyon, Lille, Grenoble und Aix-Marseille. Sie sehen u. a. eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens vor – die von der Bevölkerung mit der deutschen Besatzung und dem Algerienkrieg assoziiert wird –  sowie die Beschränkung auf sechs Kontaktpersonen gleichzeitig. Macron bezeichnete die Situation als „besorgniserregend“, die Kontrolle aber habe man nicht verloren. (JMU)

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10. Oktober 2020: insgesamt 732.434 Fälle in Frankreich, davon 596.601 aktiv, 103.232 Genesungen, 32.601 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Nach dem strengen Lockdown und einem relativ entspannten Sommer wurden in Frankreich erstmals seit dem Frühjahr landesweit fast 27.000 Neuinfektionen täglich verzeichnet; in zwei Drittel der Départements gilt nun die erhöhte Alarmstufe alerte renforcée, in weiteren Städten und Regionen die „maximale Alarmstufe“ – letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand –, u. a. im Großraum Paris (7-Tage-Inzidenz: über 260 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner), Lyon, Grenoble, Lille und St-Etienne. Hier besteht jetzt u. a. auch im Freien Maskenpflicht, alle Bars und Cafés mussten schließen, in Turnhallen und Schwimmbädern gelten weitere Einschränkungen; in Restaurants greifen strengere Hygienemaßnahmen und Registrierungspflicht der Gäste, private Treffen sollen stark reduziert werden, Messen und Kongresse wurden verboten.

Alle Maßnahmen gelten für 15 Tage, spätestens danach werde die Situation neu evaluiert. Zur neuen Strategie von Premierminister Castex gehört, die Behörden vor Ort in die Entscheidungsprozesse mit einzubinden – damit die Regierung nicht alleine in der Verantwortung steht. (JMU)

3. Oktober 2020: insgesamt 629.431 Fälle in Frankreich, davon 497.363 aktiv, 100.253 Genesungen, 32.171 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

24. September 2020: insgesamt 508.456 Fälle in Frankreich, davon 380.583 aktiv, 96.498 Genesungen, 31.447 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

10. September 2020: insgesamt 383.292 Fälle in Frankreich, davon 262.335 aktiv, 89.242 Genesungen, 30.805 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Das Auswärtige Amt warnt aufgrund hoher Infektionszahlen vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine sowie Corse (Korsika) und Französisch Guyana, St. Martin und Guadeloupe. Auch von Reisen in die übrigen französischen Überseegebiete, für die Einreisebeschränkungen gelten, wird dringend abgeraten.

In diesen Regionen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage und der R-Faktor liegt deutlich über 1, was sie zu Risikogebieten macht. Daraus resultiert bei der Einreise nach Deutschland ein verpflichtender kostenloser Covid-19-PCR-Test sowie ggf. eine Quarantäneverpflichtung. Die täglichen Fallzahlen in Frankreich – bis zu rund 9000 Neuinfektionen am Tag – sind so hoch wie zuletzt im März 2020.

Die französische Regierung hat ihrerseits eine Reihe von Departements als Gebiete mit erhöhter Virusverbreitung eingestuft, d. h. die dortigen Behörden können ausgewählte Bereiche des öffentlichen Lebens einschränken. Mehr als 4000 Städte, darunter auch Paris und die angrenzenden Departements, haben Dekrete erlassen, die eine generelle Maskenpflicht im Freien oder – außerhalb vom Großraum Paris – zumindest an belebten Orten wie auf Märkten und Hauptverkehrsstraßen vorschreiben. In Paris sind nur Radfahrer und Jogger von der Maskenpflicht entbunden.

Landesweit gilt weiterhin die bis auf wenige Ausnahmen (in Einzelbüros, bestimmte Berufsgruppen u. a.) Maskenpflicht am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln, für alle geschlossenen (Kino, Supermarkt, Museen etc.) und halb offene Räumen (überdachte Märkte, Sportstätten mit Wetterschutz) sowie in schulischen Einrichtungen (ab dem Collège) auch während des Unterrichts. Die Klassifizierung erfolgt je nach aktueller Lage in rote („prekäre Situation“), orange („erhöhte Wachsamkeit“) und grüne Bereiche („Corona-Ampel“).

Anders als in Deutschland müssen z. B. in Restaurants auch in den „zones rouges“ nach wie vor keine Kontaktdaten hinterlassen werden. Contact-tracing, mit dem Infektionsketten nachverfolgt werden sollen, findet dennoch statt: Über die Krankenkasse Caisse nationale d’assurance-maladie (Cnam) werden Kontaktpersonen Infizierter ausfindig gemacht.

Derweil hat die französische Regierung ein ambitioniertes Konjunktur- und Investitionsprogramm mit einem Volumen von insgesamt 100 Milliarden Euro beschlossen, das die französische Wirtschaft in den kommenden drei Jahren „grüner, wettbewerbsfähiger, souveräner und solidarischer“ machen und die „Wirtschaft des Jahres 2030 vorbereiten“ soll, so Premierminister Jean Castex. (JMU)

2. September 2020: insgesamt 323.968 Fälle in Frankreich, davon 206.266 aktiv, 87.036 Genesungen, 30.666 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Nach der Urlaubszeit steigen die Zahlen der bestätigten Corona-Infektionen und sogenannten Cluster exponentiell; täglich sind es landesweit mehrere tausend. U. a. gelten die Regionen Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d’Azur seit Ende August als Risikogebiete (zones rouges: mehr als 50 Fälle auf 100.000 Einwohner; in der Region Bouches-du-Rhône am 29. August 2020: 140/100.000) – seitens des Auswärtigen Amtes gibt es entsprechende Reisewarnungen, für Rückkehrer aus diesen Gebieten gelten in Deutschland bestimmte Regeln.

Frankreich setzt in dieser Situation auf die Maskenpflicht im öffentlichen Raum, auch in allen schulischen Einrichtungen des Landes (ab dem Collège zunächst für zwei Wochen) und – mit wenigen Ausnahmen – am Arbeitsplatz, um einen erneuten generellen Lockdown zu verhindern. Vielmehr soll jeweils über regionale und lokale Maßnahmen entschieden werden.

Die allgemeine ganztägige Maskenpflicht auch im Freien in Straßburg und zwölf elsässischen Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern muss indes in dieser Form wieder aufgehoben werden: Das Verwaltungsgericht in Straßburg gibt damit einer Klage von zwei Krankenhausärzten statt; es begründet seine Entscheidung mit der „Einschränkung der Freiheit“ der Bürgerinnen und Bürger und der zu großen Reichweite des Verwaltungserlasses. (JMU)

18. August 2020: insgesamt 256.533 Fälle in Frankreich, davon 141.885 aktiv, 84.214 Genesungen, 30.434 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Angesichts der in der Urlaubszeit und nach Lockerungen der Schutzmaßnahmen steigenden Fallzahlen und Cluster, d. h. Orten mit sich häufenden Corona-Fällen, weiten die französischen Städte und Gemeinden die Maskenpflicht auch außerhalb geschlossener Räume aus, z. B. in Einkaufszonen, belebten Straßen und an vielbesuchten Plätzen. Dies betrifft u. a. den Großraum Paris, für den seit dem 14. August erneut die Warnstufe „orange“ gilt und wo die Behörden daher ausgewählte Bereiche des öffentlichen Lebens einschränken können. Toulouse hat ab Freitag eine Maskenpflicht für das gesamte Stadtgebiet angekündigt.

Die französische Arbeitsministerin, Élisabeth Borne, empfiehlt am 18. August, ab sofort an allen Arbeitsplätzen, wo Menschen aufeinandertreffen – also auch im Freien, nicht aber in Einzelbüros – „systematisch“ eine Maske zu tragen – was spätestens am Ende des Monats zur Vorschrift werde. Vor allem in vom Coronavirus besonders betroffenen Gebieten solle nach Möglichkeit im Homeoffice gearbeitet werden. (JMU)

8. August 2020: insgesamt 235.207 Fälle in Frankreich, davon 121.912 aktiv, 82.968 Genesungen, 30.327 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Urlaubszeit = Coronazeit: in Frankreich wurden in der vergangenen Woche laut französischem Gesundheitsministerium über 10.000 neue Corona-Fälle bekannt; davon 2288 vom 7. auf den 8. August – rund 600 mehr als jeweils an den beiden Vortagen. Landesweit gibt es 288 Corona-Hotspots. Zwischen dem 29. Juli und 4. August wurden 593.640 Corona-Tests durchgeführt, 1,7 % davon mit positivem Ergebnis.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen wurde die seit dem 20. Juli bestehende Maskenpflicht für über 11-Jährige (die in öffentlichen Verkehrsmitteln, einschließlich Taxis und Fahrdiensten bereits seit dem 11. Mai gilt) auf geschlossene und halboffene Räume ausgeweitet. Seit dem 28. Juli dürfen die Städte und Gemeinden der Departements zudem selbst entscheiden, wo auch im Freien Schutzmasken getragen werden müssen, die mindestens dem Standard AFNOR Spec S76-001 (dem Äquivalent der deutschen DIN-Norm) entsprechen.

Maskenpflicht in einer Fußgängerzone von Lille, © Di Vincenzo / Shutterstock

In weit über 1000 französischen Orten wird von diesem Recht bereits Gebrauch gemacht, darunter in Nizza, Toulouse, Biarritz, Lille und auch Paris – ab 10. August u. a. an den Ufern der Seine, am Canal St-Martin, im Parc de la Villette, in über 100 Straßen der Hauptstadt sowie an belebten Plätzen in den angrenzenden Departements 92, 93, 94 und 95. Zeitgleich erfasst eine Hitzewelle mit Temperaturen von um die 40° weite Teile des Landes.

Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht werden Ordnungsgelder von 135 Euro (beim Erstverstoß), 1500 Euro (beim zweiten Mal) und (beim dritten Mal) 3750 Euro sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten verhängt; wer seine Maske nicht im Müll entsorgt und dabei erwischt wird, zahlt ebenfalls ein Bußgeld von 135 Euro. Gesichtsvisiere gelten nicht als Ersatz für Masken, da sie, so das französische Nationalinstitut für Forschung und Sicherheit (INRS), nicht deren Wirksamkeit haben. (JMU)

30. Juli 2020: insgesamt 221.077 Fälle in Frankreich, davon 109.408 aktiv, 81.443 Genesungen, 30.226 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Wegen des wie in anderen europäischen Ländern starken Anstiegs von Corona-Infektionsfällen greifen in mehreren französischen Städten striktere Maßnahmen – zuletzt wurden landesweit mehr als 1000 Neuinfektionen täglich gezählt: Im an dem von der Pandemie besonders betroffenen Belgien angrenzenden Departement Nord, in St-Malo, Orléans, Bayonne, Biarritz, La Rochelle u. a. muss nun an bestimmten Orten auch im Freien ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden; einige französische Strände werden nachts gesperrt, um Strandpartys zu verhindern; an den belebten Flussufern von Orléans gilt abends eine Maskenpflicht. (JMU)

20. Juli 2020: insgesamt 211.943 Fälle in Frankreich, davon 102.417 aktiv, 79.371 Genesungen, 30.155 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

Aufgrund vermehrter Infektionen mit dem Coronavirus weitet die französische Regierung früher als geplant die Maskenpflicht aus: Der Mund-Nasen-Schutz muss ab heute erstmals auch in Geschäften, Banken und anderen öffentlich zugänglichen Räumen getragen werden. Bei einer Missachtung droht ein Bußgeld von 135 Euro. Gesundheitsminister Olivier Véran sprach von landesweit 400 bis 500 Infektionsherden sowie „beunruhigenden Zeichen eines Wiederauflebens der Epidemie“. (JMU)

14. Juli 2020: insgesamt 209.640 Fälle in Frankreich, davon 100.886 aktiv, 78.722 Genesungen, 30.032 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

7. Juli 2020: insgesamt 205.597 Fälle in Frankreich, davon 98.230 aktiv, 77.444 Genesungen, 29.923 Todesfälle (Quelle: Johns Hopkins University CSSE)

An den Fassaden der Pariser Opéra Bastille hängen seit Anfang Juli Porträtfotos von Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten – eine Hommage des französischen Fotografen JR und des Kollektivs Protège Ton Soignant (Schütze Deinen Pfleger) für alle, die während der Corona-Pandemie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gearbeitet haben. © picture alliance / abaca

26. Juni 2020: 162.936 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich; Genesene: 75.649; 517 Neuinfektionen und 248 Genesene im Vergleich zum Vortag; 634 Patientinnen und Patienten müssen beatmet werden; insgesamt sind 29.778 nachgewiesen Infizierte gestorben, davon 19.290 in französischen Krankenhäusern.

Dreieinhalb Monate nach Beginn der Ausgangssperren und sechs Wochen nach deren allmählicher Lockerung hat sich die Situation in Frankreich und auch im Großraum Paris, wo bestimmte Einschränkungen zunächst noch länger als im Rest des Landes galten, weitestgehend normalisiert. Zu einem signifikanten Wiederanstieg der Infektionszahlen kam es nicht.

In der dritten Phase nach dem Lockdown dürfen seit dem 22. Juni Kinos unter Auflagen (Mindestabstände an der Kasse, Belegung der Säle nur zu 50 Prozent, keine Cluster etc.) wieder Besucher empfangen. Auch der Eiffelturm öffnete wieder, wenn auch die Gästezahlen zunächst begrenzt bleiben. Anfang Juli können zudem die großen Museen wie der Louvre wieder besichtigt werden. So hofft gerade die Tourismusindustrie, einen Teil ihrer Verluste ausgleichen zu können. Sportliche Aktivitäten sind wieder in größerem Umfang möglich; es besteht wieder Schulpflicht; an Universitäten ist wieder Präsenzunterricht möglich; Kinderkrippen sind geöffnet. Für Übersee-Frankreich gelten weiterhin andere Regeln.

Ab 1. Juli werden die Grenzen für Urlauber vieler Länder wieder geöffnet sein. Ab 11. Juli sind Stadien für bis zu 5000 Menschen zugänglich; die maximale Kapazität von 5000 Personen bei Großveranstaltungen, Stadien und Konzerthallen bleibt bis zum 1. September in Kraft. Mitte Juli soll eine erneute Überprüfung der epidemiologischen Situation erfolgen das weitere Vorgehen klären.

Um die französische Wirtschaft weiterhin zu unterstützen, verlängerte die französische Regierung die Möglichkeit von Kurzarbeit. Abgesehen von Unternehmen, die in besonders von den Folgen des Virus betroffenen Branchen tätig sind, werden die Zahlungen ab 1. Juli jedoch nicht mehr 100 Prozent betragen, sondern nur noch 85 Prozent; für die Zeit nach dem 1. Oktober ist eine weitere Kürzung geplant.

15. Juni 2020: 157.372 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich; Genesene: 73.034; 152 Neuinfektionen und 185 Genesene im Vergleich zum Vortag; 846 Patientinnen und Patienten müssen beatmet werden; insgesamt sind 29.436 nachgewiesen Infizierte gestorben, davon 19.052 in französischen Krankenhäusern.

Nachdem der wissenschaftliche Beirat, der die französische Regierung in der Corona-Krise berät, bereits Anfang Juni festgestellt hatte, die Pandemie sei in Frankreich „unter Kontrolle“, kündigte Präsident Emmanuel Macron – und diesmal nicht Premierminister Édouard Philippe – am Abend des 15. Juni in einer erneuten Fernsehansprache weitere Lockerungen der bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie an.

Abgesehen von den Überseegebieten Französisch-Guyana und Mayotte – für die Einreise auch z. B. nach La Réunion gelten besondere Bestimmungen – sei ganz Frankreich nun eine „grüne Zone“, sagte Macron. Im Großraum Paris, der bis dahin als „orange“ eingestuft gewesen war, dürfen die Cafés und Restaurants folglich vollständig öffnen. Besuche in Altersheimen sind wieder möglich und ab 22. Juni wird landesweit der reguläre Unterricht in den Schulen fortgesetzt. Zeitgleich wurden alle Kontrollen u. a. an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich aufgehoben.

Eine Maskenpflicht besteht nach wie vor in öffentlichen Verkehrsmitteln; in Geschäften wird das Tragen einer Schutzmaske nur empfohlen. Bezüglich weiterer Einschränkungen mahnte Macron lediglich, weiterhin wachsam zu sein und vor allem größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Offiziell wurde die Einschränkung auf 10 Personen bei Treffen nicht aufgehoben. Doch angesichts von erneut 15.000 Menschen, die am 13. Juni in Paris gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert haben, ist die Durchsetzung dieser Vorschrift fraglich.

Im Juli will sich der Staatspräsident ausführlicher zur künftigen Strategie äußern. Der französischen Wirtschaft drohen schwere Folgen des zweimonatigen Lockdown: Schätzungen zufolge könnte die Arbeitslosigkeit auf 11,5 Prozent ansteigen und die Rezession zwischen elf und 14 Prozent betragen. Auch die Staatsverschuldung steigt in erheblichem Umfang, da die Regierung die die wirtschaftlichen Folgen der Krise mit annähernd 500 Milliarden Euro abzufedern versuchte.

29. Mai 2020: 149.668 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich; die Zahl der Genesenen beträgt 67.704; im Vergleich zum Vortag werden 597 Neuinfektionen und 513 Genesene gezählt. 1361 Patientinnen und Patienten müssen beatmet werden; insgesamt sind 28.714 an der Pandemie gestorben, davon 18.387 in französischen Krankenhäusern.

Drei Wochen nach der Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen zog Frankreichs Premierminister Édouard Philippe eine vorsichtig positive Bilanz. Die Situation im Land und in den Krankenhäusern entwickle sich so, dass sie weitere Schritte in Richtung Normalität in einer 2. Phase erlaube.

Vom 2. Juni an können sich alle Franzosen unter anderem wieder weiter als 100 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen, ohne wie bisher einen triftigen Grund dafür vorweisen zu müssen; die Parkanlagen öffnen wieder im ganzen Land; auch die sukzessive Wiederaufnahme des Schulunterrichts wird fortgesetzt, die mündlichen Abiturprüfungen finden allerdings nicht statt.

Lediglich im Großraum Paris sowie in den Überseegebieten Französisch-Guyana und Mayotte bleibt die Lage angespannt („zone orange“). In den übrigen, als „grün“ eingestuften Gebieten dürfen u. a. Restaurants und Cafés – unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln – wieder öffnen, in Paris und den Vororten vorerst aber nur ihre Terrassen. Erst ab 22. Juni sollen in einer 3. Phase weitere Lockerungen erfolgen; die Öffnung der Grenzen für die meisten Länder der EU ist für den 15. Juni vorgesehen.

Parallel zu den Öffnungen gab das Parlament trotz Datenschutz-Bedenken grünes Licht für die Tracing-App „StopCovid“, mit der vor sich in der Nähe befindenden Corona-Infizierten gewarnt werden soll.

18. Mai 2020: 142.903 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, Zahl der Genesenen insgesamt: 61.728; 492 Neuinfektionen und 515 Genesene im Vergleich zum Vortag. 1998 Patientinnen und Patienten müssen beatmet werden, insgesamt sind 28.239 an der Pandemie gestorben, davon 17.589 in französischen Krankenhäusern.

In der ersten Woche nach Ende der strikten Ausgangsbeschränkungen am 11. Mai wachte das wirtschaftliche Leben in Frankreich zaghaft wieder auf: Baumärkte und Bekleidungsgeschäfte, Friseure und auch kleinere Museen öffneten nach zwei Monaten Zwangspause wieder ihre Türen, während die von Cafés, Restaurants oder großen Museen weiterhin geschlossen bleiben und erst ab Juni ggf. wieder öffnen dürfen. Zu größeren Störungen kam es während der ersten Lockerungen nicht, weder in den öffentlichen Verkehrsmitteln, noch auf den Straßen: Wenn möglich, sollen Angestellte weiter von zuhause aus arbeiten und so dazu beitragen, dass sich das Virus weniger rasch ausbreiten kann.

Kritik an oder Demonstrationen gegen die Maßnahmen, die die Regierung Mitte März getroffen hatte, gab es in Frankreich anders als in Deutschland bislang nicht. Stattdessen drehen sich die Diskussionen stärker um die sozialen Auswirkungen der Krise und die allgemeine Situation in den französischen Krankenhäusern, die schon vor der Pandemie äußerst angespannt war. Nachdem Präsident Emmanuel Macron in diesem Zusammenhang überraschend deutlich bisher gemachte Fehler eingestanden hat, versprach Gesundheitsminister Olivier Véran dem Krankenhaus-Personal über die versprochene Corona-Prämie hinaus künftig höhere Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen.

11. Mai 2020: 139.519 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, Zahl der Genesenen insgesamt 56.724; 456 Neuinfektionen und 507 Genesene im Vergleich zum Vortag. 2712 Patientinnen und Patienten an Beatmungsgeräten, insgesamt 26.643 an der Pandemie Gestorbene, davon 16.820 in französischen Krankenhäusern.

Der 11. Mai, Stichtag für die Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen, wurde in Frankreich lange erwartet. Fortan darf man seine Wohnung wieder länger als eine Stunde, großräumig und ohne Passierschein verlassen. Reisen über eine Strecke von mehr als 100 Kilometern müssen allerdings gerechtfertigt werden.

Bis zu zehn Personen dürfen sich gemeinsam treffen. Geschäfte, Friseursalons, Märkte, kleinere Museen und Buchhandlungen dürfen wieder öffnen. Landesweit gilt eine Schutzmaskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln; im Großraum Paris benötigen alle Fahrgäste zu den Stoßzeiten zudem eine schriftliche Begründung für ihre Fahrt. Wer kann, soll weiter von zuhause aus arbeiten.

Euphemismus „dynamischer Strand“ (plage dynamique); wie hier in Nizza darf man am Meer spazieren gehen, das Verweilen ist hingegen untersagt, © Adobe Stock

Schulen, Kindergärten und Krippen öffnen schrittweise unter Berücksichtigung von Alterklassen sowie der Einteilung der Departements in „grüne“ und „rote Gebiete“ – je nach Verbreitung des Virus und Zahl der Neuinfektionen. Cafés, Restaurants und Kinos in „grünen“ Gebieten dürfen voraussichtlich am 2. Juni wieder öffnen, nicht aber in „roten“, wo striktere Regeln gelten.

Als „rot“ gekennzeichnet ist die Île-de-France mit Paris, der Osten Frankreichs mit den Regionen Grand-Est und Bourgogne-Franche-Comté sowie die Insel Mayotte im Indischen Ozean.

2. Mai 2020: 130.185 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, 3878 Patientinnen und Patienten an Beatmungsgeräten, insgesamt 24.594 an der Pandemie Gestorbene, davon 15.369 in französischen Krankenhäusern

Die Lockerung der Ausgangssperre in Frankreich wird schrittweise stattfinden – das erklärte Premierminister Édouard Philippe bei der Vorstellung der Exit-Strategie in der Nationalversammlung. Ab dem 11. Mai darf man die Wohnung wieder ohne Passierschein verlassen; um sich mehr als 100 Kilometer von seinem Wohnort zu entfernen, bedarf es weiterhin eines triftigen Grundes.

In Geschäften, die – abgesehen von größeren Einkaufszentren – wieder öffnen dürfen, wird das Tragen einer Schutzmaske empfohlen; in öffentlichen Verkehrsmitteln ist sie Pflicht. Schulen und Kinderkrippen werden nach und nach wieder öffnen, während Cafés und Restaurants mindestens bis Juni geschlossen bleiben sollen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdown sind enorm. Innerhalb der ersten beiden Wochen meldeten sich 246.100 Menschen in Frankreich arbeitslos – ein historischer Anstieg um sieben Prozent. Die Regierung hat angekündigt, sowohl die Fluggesellschaft Air France-KLM wie auch den Flugzeugbauer Airbus finanziell zu unterstützen.

24. April 2020: 120.804 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, 5052 Patientinnen und Patienten an Beatmungsgeräten, insgesamt 21.856 an der Pandemie Gestorbene, davon 13.547 in französischen Krankenhäusern

Durch kontinuierlich sinkende Zahlen bezüglich Toter und Infizierter sowie der Patientinnen und Patienten in den französischen Krankenhäusern entspannt sich die Lage zusehends. Auch das von der Armee betriebene Feldlazarett in der von der Corona-Pandemie besonders stark betroffenen Stadt Mulhouse wurde inzwischen wieder abgebaut.

Im Land mehren sich die Diskussionen über die Zeit nach dem 11. Mai – an diesem Stichtag sollen die Lockerungen der Ausgangssperre beginnen, die seit dem 17. März gilt. Regierungschef Édouard Philippe hat angekündigt, rechtzeitig einen detaillierten Plan dazu vorzulegen. Bereits vorab wurde bekannt, dass die Rückkehr in die Schulen zunächst nicht verpflichtend sein und für die verschiedenen Klassenstufen sukzessive erfolgen werden soll.

Eine Maskenpflicht dürfte nur in den öffentlichen Transportmitteln eingeführt werden. Noch stellt sich die Frage, ob es bis zu einer solchen Vorschrift Schutzmasken in ausreichender Anzahl geben wird – man geht von einem Bedarf von 45 Millionen pro Woche aus. Ab dem 4. Mai sollen in Apotheken waschbare Exemplare in großer Zahl erhältlich sein.

17. April 2020: 165.027 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, 6248 Patientinnen und Patienten an Beatmungsgeräten, insgesamt 17.920 an der Pandemie Gestorbene, davon 11.060 in französischen Krankenhäusern

Die Fernsehansprache von Staatspräsident Emmanuel Macron am Ostermontag war mit Spannung erwartet worden, denn er wollte die Verlängerung der strikten Ausgangssperre ankündigen: Sie wird bis 11. Mai fortgesetzt. Erst dann sollen die Schulen und Kindertagesstätten des Landes allmählich wieder öffnen und das wirtschaftliche Leben wieder in Gang kommen. Macron zeigte sich verständnisvoll für die Nöte der Bevölkerung in dieser Ausnahmesituation, versprach massive Unterstützung für die Wirtschaft und sozial Schwache und appellierte zugleich an den Zusammenhalt in der Krise.

Tatsächlich zeichnet sich seit einigen Tagen dank der rückläugigen Zahl an Neuaufnahmen und Patienten an Beatmungsgeräten eine Entspannung in den französischen Krankenhäusern ab. Auch nimmt die Zahl der Verstorbenen im Vergleich zu vorherigen Zeiträumen ab. Für eine Entwarnung oder Lockerung der Maßnahmen ist es Experten zufolge jedoch noch zu früh.

Um der Zunahme häuslicher Gewalt entgegenzuwirken, können Betroffene nun in Supermärkten und Apotheken diskret um Hilfe bitten – viele Frauen wagen es während der Ausgangssperre nicht mehr, die übliche Notrufnummer zu wählen.

10. April 2020: 86.334 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, 7066 Patientinnen und Patienten an Beatmungsgeräten, insgesamt 12.210 an der Pandemie Gestorbene, davon 8044 in französischen Krankenhäusern

Zum ersten Mal seit Mitte März gab es ermutigende Nachrichten aus den Kliniken Frankreichs: Endlich sank die Zahl der Patienten, die künstliche Beatmung brauchten – für Experten ein wichtiges Signal dafür, dass der Druck auf das Gesundheitssystem nachlässt. Auch stieg die Zahl der Menschen, die aufgrund ihrer Infizierung mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert wurden, weniger stark an.

Die Regierung erklärte, dies sei eine positive Folge der strikten Ausgangsbeschränkungen, allerdings noch kein Signal, diese zu lockern. In Paris und einigen benachbarten Départements wurde vielmehr sogar das Joggen zwischen 10 und 19 Uhr verboten. Dennoch mehren sich die Stimmen, die vor den harten Konsequenzen einer allzu lang ausgeweiteten Ausgangssperre warnen: Der Banque de France zufolge sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes im ersten Trimester um sechs Prozent. Den Weg aus der Krise will Präsident Emmanuel Macron am Ostermontags in einer Fernsehansprache aufzeigen.

3. April 2020: 59.105 bekannte Covid-19-Fälle in Frankreich, 6399 Patientinnen und Patienten an Beatmungsgeräten, 4503 allein in französischen Krankenhäusern an der Pandemie Gestorbene

Es ist ein Tag für Tag bedrückendes Ritual in Frankreich seit Beginn der Coronavirus-Krise geworden: Jeden Abend gibt Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon die neuen offiziellen Zahlen bekannt, die immer weiter gestiegen sind (laut Johns-Hopkins-Universität gibt es bis heute rund 6500 Todesfälle). Die Regierung hat klar gemacht, dass erst bei rückläufigen Zahlen an ein Ende der Ausgangssperre zu denken sei. Eine Lockerung werde voraussichtlich nicht „auf einmal, überall und für alle gleichzeitig“, sondern wohl sukzessive stattfinden, sagte Regierungschef Édouard Philippe.

Die Verlegung schwer an Covid-19 Erkrankter in regionale Krankenhäuser mit freien Kapazitäten erfolgt u. a. in umgerüsteten Hochgeschwindigkeitszügen (TGV) der französischen Staatsbahn SNCF. © Ministères sociaux / DICOM / Jacques Witt / Sipa Press

Nach der grenznahen Region Grand Est, die besonders viele Covid-19-Fälle beklagt, gerät die Hauptstadtregion mehr und mehr unter Druck. Seitdem die dortigen Krankenhäuser an der Belastungsgrenze angelangt sind, werden zunehmend schwer Erkrankte in Regionen transportiert, die noch freie Kapazitäten haben. Zugleich kamen bereits 300 Krankenschwestern und Pfleger aus allen Landesteilen nach Paris, um ihren Kolleginnen und Kollegen in der Hauptstadt zu helfen.

27. März 2020: 33.402 bekannte mit dem Corona-Virus Infizierte, 1995 damit verbundene Todesfälle allein in französischen Krankenhäusern

Nach fast zwei Wochen Ausgangssperre in Frankreich gibt Premierminister Édouard Philippe keine Entwarnung – ganz im Gegenteil. Sie müsse auf jeden Fall bis mindestens 15. April verlängert werden, sagt er am Freitag, 27. März. „Wir sind immer noch am Anfang der epidemischen Welle“, begründete Philippe die Entscheidung. Der am selben Tag veröffentlichten Bilanz zufolge war die Zahl der Infizierten in Frankreich erneut um 13 Prozent angestiegen; allein seit gestern starben 300 in französischen Krankenhäusern an der Seuche; erstmals befand sich unter den Todesopfern auch eine 16-Jährige, was landesweit große Betroffenheit hervorrief.

Frankreich bereitet sich auf den Höhepunkt der Epidemie an diesem Wochenende vor, der Experten zufolge mindestens zwei bis drei Wochen andauern dürfte, bis die Zahlen sinken. Mehr und mehr Patientinnen und Patienten werden aus Kliniken in den besonders betroffenen Regionen Grand Est und Île-de-France, denen die Überlastung droht, in Regionen gebracht, wo es noch Kapazitäten für die Behandlung gibt.

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