Zeitzeugen:
„Das letzte Wort hatte der Stift des Präsidenten“

Zeitzeugen: „Das letzte Wort hatte der Stift des Präsidenten“
  • VeröffentlichtOktober 8, 2026
François Mitterrand (links) vor dem Bundestag am 20. Januar 1983. Pierre Morel (rechts) war an der Vorbereitung der Rede aktiv beteiligt (Copyright: Presse-Service Steponaitis – Deutscher Bundestag / Pierre Morel)
François Mitterrand (links) vor dem Bundestag am 20. Januar 1983. Pierre Morel (rechts) war an der Vorbereitung der Rede aktiv beteiligt (Copyright: Presse-Service Steponaitis – Deutscher Bundestag / Pierre Morel)

Als Berater François Mitterrands im Élysée-Palast erlebte Pierre Morel die Annäherung zwischen Paris und Bonn aus nächster Nähe. Im Gespräch mit dokdoc erinnert er an den Übergang von Schmidt zu Kohl, die Nachrüstungsdebatte und die Entstehung von Mitterrands Bundestagsrede vom 20. Januar 1983.

 

dokdoc: Bevor wir auf die Jahre unter Mitterrand zu sprechen kommen, würde ich gerne bei Ihnen selbst beginnen: Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu Deutschland entstanden?

 

Pierre Morel: Das ist eine lange Geschichte. Mein Vater hatte mir geraten, Deutsch als erste Fremdsprache zu wählen. Ich wurde im Juni 1944 am Fuß des Vercors geboren. Mein Vater war Chirurg und versorgte während des Krieges nachts verwundete Widerstandskämpfer. Ein Teil meiner Familie wurde in die dramatischen Ereignisse im Vercors hineingezogen. Und trotzdem sagte gerade mein Vater zu mir: „Du musst Deutsch lernen. Deutschland ist mehr als die schrecklichen Zeiten, die wir erlebt haben.“ Das hat mich sehr geprägt. Natürlich war da die Erinnerung an den Krieg, zugleich aber auch die Überzeugung, dass man darüber hinausblicken musste. So kam ich schon sehr jung nach Deutschland, mit zehn oder elf Jahren. Ich erinnere mich an München, an Häuserfassaden, die noch zum Himmel hin offenstanden. In diesem Alter beeindruckt einen so etwas. Mit etwa dreizehn kam ich dann zu einer deutschen Familie. Auch dort war die Nachkriegszeit noch deutlich zu spüren, zugleich lernte ich das deutsche Leben von innen heraus kennen. Und dann waren da die Sprache und vor allem die Literatur: Goethe, Eichendorff, Heine – und der Faust, den ich in der Vorbereitungsklasse auf die École normale supérieure auf Deutsch studierte. All das hat mich sehr geprägt.

 

dokdoc: Wenige Monate nach Ihrem Wechsel ins Élysée schreiben Sie François Mitterrand am 5. Oktober 1981: „Keine Beziehung ist so komplex, keine bestimmt unsere eigene Zukunft in vergleichbarem Maße.“ Was brachte Sie damals zu dieser Einschätzung?

 

Morel: Da kam vieles zusammen: die Wirtschaft, Europa, das sich in einer tiefen Krise befand, und natürlich die Sicherheitspolitik. Wir waren mitten in der Nachrüstungsdebatte. Die Frage des strategischen Gleichgewichts in Europa sorgte in Deutschland für erhebliche Spannungen. Was auch immer im französischen Wahlkampf diskutiert worden war und so sehr man nun „das Leben verändern“ wollte – an einer Realität kam man nicht vorbei: Deutschland war von zentraler Bedeutung. Man muss sich auch den politischen Kontext vor Augen führen. Valéry Giscard d’Estaing hatte das Tandem Giscard–Schmidt stark in den Vordergrund gerückt.

 

François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Schmidt am 24. Februar 1982. Wenige Monate später wurde Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt – für Paris begann eine Phase großer Unsicherheit (Copyright: Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)
François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Schmidt am 24. Februar 1982. Wenige Monate später wurde Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt – für Paris begann eine Phase großer Unsicherheit (Copyright: Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)

 

Für die neue Mannschaft war Schmidt, obwohl Sozialdemokrat, gewissermaßen noch dem anderen Lager zugeordnet. Den Ausdruck „deutsch-französische Achse“ durfte man übrigens auf keinen Fall verwenden. Jean-Louis Bianco und ich schwammen damals gegen den Strom. Wir waren überzeugt, dass die Beziehung zu Deutschland über die jeweilige politische Konstellation hinaus unverzichtbar war. Jacques Attali hatte zu mir gesagt: „Sag, was du denkst.“ Also tat ich das.

 

dokdoc: Diese Haltung gegen den Strom, wie Sie es nennen, musste nun in konkrete Politik münden. Wie wurde die Deutschlandpolitik im Élysée im Alltag gemacht? Und welche Rolle spielten persönliche Beziehungen dabei?

 

Morel: Ich kam als eine Art Außenseiter ins Élysée. Ich hatte nicht am Wahlkampf mitgewirkt und war auch kein Mitglied der Sozialistischen Partei. Ich war für Europafragen zuständig. Anfangs teilte ich mir mein Büro mit Jean-Louis Bianco. Sehr schnell waren wir uns einig: Das Deutsch-Französische musste wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. In Bonn hatten wir bereits unter Schmidt begonnen, Kontakte zu seinen Mitarbeitern zu knüpfen. Ich hatte dort seinen Berater für europäische und internationale Fragen getroffen. Natürlich gab es die Botschaften, die Ministerien und die offiziellen Begegnungen. Aber ebenso wichtig waren die direkten Kontakte: seinen Gesprächspartner persönlich zu kennen, zum Telefon greifen und direkt mit ihm sprechen zu können. Dieses Netzwerk zwischen den Mitarbeitern sollte später noch wichtiger werden.

 

dokdoc: Im Herbst 1982 löst Helmut Kohl Helmut Schmidt ab – in einem Deutschland, das durch die Nachrüstungsdebatte tief gespalten ist. Was änderte sich dadurch aus Sicht des Élysée? Und wann wurde Ihnen klar, dass sich zwischen Mitterrand und Kohl eine besondere Beziehung entwickelte?

 

Morel: Schmidt hatte zunehmend Schwierigkeiten mit der eigenen politischen Basis, vor allem in Sicherheitsfragen. Mit Kohl hatten wir nun jemanden, der über eine Mehrheit verfügte und eine klarere Linie vertreten konnte. Was wir allerdings nicht vorhersehen konnten, war sein Verhältnis zu Mitterrand. Schon beim ersten Gespräch stimmte die Chemie. Zwei Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam hatten, fanden sofort einen Draht zueinander. Kohl erzählte von seinem Bruder, seiner Familie, seinen Erinnerungen, von der Pfalz. Er gab viel von sich preis.

 

 

François Mitterrand und Helmut Kohl in Verdun am 22. September 1984. Für Morel war die rasch entstandene persönliche Nähe zwischen Kohl und Mitterrand entscheidend für die neue Dynamik der deutsch-französischen Beziehungen (Copyright: Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)
François Mitterrand und Helmut Kohl in Verdun am 22. September 1984. Für Morel war die rasch entstandene persönliche Nähe zwischen Kohl und Mitterrand entscheidend für die neue Dynamik der deutsch-französischen Beziehungen (Copyright: Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)

 

Über die Rolle von Persönlichkeiten in der Geschichte kann man lange diskutieren. Für mich war das eine bemerkenswerte Fügung. Wir hatten die Vermerke vorbereitet, Mitterrand verfügte über alle notwendigen Informationen, hinzu kamen die Berichte der Botschaft. Aber entscheidend war, dass diese beiden Persönlichkeiten aufeinandertrafen. Journalisten fragten mich: „Worüber können die beiden bloß stundenlang miteinander reden?“ Ich antwortete sinngemäß: Jeder erzählt dem anderen von seinem Land. Sie werden sich ja nicht stundenlang über Währungsausgleichsbeträge unterhalten! Mitterrand sprach über seine Erfahrungen mit Deutschland, über das Preußen Friedrichs II., das ihn faszinierte. Kohl erzählte von seinen Erinnerungen, von der Pfalz, von Ludwig XIV.

 

dokdoc: Sie analysierten Deutschland, pflegten Kontakte nach Bonn und schrieben Vermerke für den Präsidenten. Was passierte mit diesen Vermerken, wenn sie auf Mitterrands Schreibtisch landeten? Und welchen Einfluss hatten Sie rückblickend auf seine Deutschlandpolitik?

 

Morel: Man konnte ihm einen Vermerk vorlegen, in dem stand: „Herr Präsident, hier muss eine Entscheidung getroffen werden: entweder dies oder das.“ Und der Vermerk kam mit einem schlichten „Vu“ zurück – zur Kenntnis genommen. Er wollte unterschiedliche Meinungen hören und mochte es nicht, wenn man ihn zu einer schnellen Entscheidung drängte. Dann musste man abwarten, wie sich die Dinge entwickelten. Was meinen eigenen Einfluss angeht, bin ich sehr vorsichtig. Jean-Louis Bianco sah den Präsidenten, nachdem er Generalsekretär geworden war, fast jeden Tag. Er hatte natürlich einen viel direkteren Zugang zu ihm. Ich selbst brachte vor allem meine europäische und strategische Expertise ein. In Europafragen versuchte ich, immer wieder auf die Realitäten und Zwänge hinzuweisen. Und ich hatte mich intensiv mit den amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen, den Mittelstreckenraketen und Sicherheitsfragen beschäftigt. Wenn ich etwas beitragen konnte, dann Material. Verlässliches Material.

 

dokdoc: Drei Tage vor der Rede im Bundestag sprechen Sie in einem Vermerk für Mitterrand von einer „großen deutsch-französischen Koalition“. Was meinten Sie damit?

 

Morel: Darauf bekam ich keine Reaktion. Sicherlich gab es auch andere Einschätzungen. Aber meine Botschaft war: Das ist eine außergewöhnliche Gelegenheit. Wir feiern den Élysée-Vertrag, in der Tradition von de Gaulle und Adenauer. Und es kommt nicht alle Tage vor, dass ein französischer Staatspräsident vor dem Bundestag spricht – noch dazu in einem Land, das in der Frage der Mittelstreckenraketen tief gespalten ist.

 

François Mitterrand mit Außenminister Claude Cheysson und Jacques Attali in Rambouillet im September 1981 (Copyright: Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)
François Mitterrand mit Außenminister Claude Cheysson und Jacques Attali in Rambouillet im September 1981 (Copyright: Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)

 

Gleichzeitig bittet Kohl Mitterrand um Unterstützung, so wie Schmidt es zuvor getan hatte. Es durfte also nicht bei den Feierlichkeiten bleiben. Wir mussten die Gelegenheit nutzen und in allen Bereichen vorankommen: in der Wirtschaft, in Europa, in der Sicherheitspolitik, aber auch beim Austausch, beim Deutsch-Französischen Jugendwerk und beim Verteidigungsrat. Und schon damals zeichnete sich die französische EG-Ratspräsidentschaft 1984 ab, mit den europäischen Ambitionen, die damit verbunden waren. Diesen Moment mussten wir nutzen. Eine solche Gelegenheit würde sich nicht so schnell wieder bieten.

 

dokdoc: Die Bundestagsrede vom 20. Januar 1983 gilt als einer der prägenden Momente der Präsidentschaft Mitterrands. Wie ist diese Rede entstanden? Was geschah in den letzten Tagen, bevor Mitterrand vor den Bundestag trat?

 

Morel: Zunächst lief alles nach dem üblichen Verfahren. Die Botschaft in Bonn erarbeitete einen Entwurf, der Quai d’Orsay überarbeitete ihn, anschließend kam der Text ins Élysée. Dort sagten wir uns: Das ist alles schön und gut, aber so spricht der Präsident nicht. Also haben wir den Text noch einmal überarbeitet, die Gewichte anders gesetzt und die eigentlichen Fragen stärker herausgearbeitet. Mitterrand sah sich den Entwurf an und gab uns seine Anweisungen. Wir machten uns wieder an die Arbeit. Irgendwann kam der Text mit einer handschriftlichen Bemerkung des Präsidenten zurück: „Tragisch schlecht.“

 

Jean-Louis Bianco, Generalsekretär des Élysée. Gemeinsam mit Morel gehörte er zur kleinen „Schreibwerkstatt“ der Bundestagsrede Mitterrands (Copyright: Anonyme / Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)
Jean-Louis Bianco, Generalsekretär des Élysée. Gemeinsam mit Morel gehörte er zur kleinen „Schreibwerkstatt“ der Bundestagsrede Mitterrands (Copyright: Anonyme / Centre des Archives diplomatiques de La Courneuve)

 

Jean-Louis Bianco rief mich an: „Hör zu, mein Lieber, wenn du heute Abend etwas vorhast, vergiss es. Um 19 Uhr im Élysée.“ Also trafen wir uns im Sekretariat. Mitterrand setzte sich an eine Ecke des Tisches. Er strich, schrieb, formulierte um. Charles Hernu kam vorbei, Claude Cheysson ebenfalls. Der Präsident gab uns Seiten zurück: „Überarbeiten Sie das. Das geht so nicht. Formulieren Sie mir das anders.“ Es war wirklich eine Art Schreibwerkstatt. Wir schrieben, schrieben um und legten ihm den Text wieder vor. Aber das letzte Wort hatte sein Stift.

 

dokdoc: Nach der Annäherung zwischen Mitterrand und Kohl stellte sich eine weitere Frage: Wie ließ sich diese Beziehung über die beiden Staatsmänner hinaus verankern? In diesem Geist trafen sich 1983 die beiden Teams in Cadenabbia. Was wollten Sie mit diesem Treffen erreichen?

 

Morel: An Kohls Seite stand sein Berater Horst Teltschik. Jacques Attali hatte ihn getroffen und mir anschließend sinngemäß gesagt: „Ich habe ihn kennengelernt, jetzt machst du weiter.“ Teltschik kannte Paris kaum. Eines Tages luden meine Frau und ich ihn und seine Frau ein. Wir aßen gemeinsam auf einem Bateau-mouche zu Abend. Seine Augen leuchteten. Dann entstand die Idee: Persönliche Beziehungen allein reichen nicht, auch die Teams müssen miteinander ins Gespräch kommen. So trafen wir uns für ein Wochenende in Cadenabbia, ein Dutzend Leute, vielleicht fünfzehn. Wir arbeiteten, aßen gemeinsam und spielten Boccia. Entscheidend war, dass wir miteinander reden und uns die Dinge erklären konnten. In Wirtschaftsfragen gab es Unterschiede, bei manchen sogar so etwas wie Misstrauen. Es ging darum, aus den persönlichen Kontakten einen Teamgeist entstehen zu lassen und sich enger abzustimmen. Das geschah diskret, war aber ein weiterer wichtiger Schritt. Soweit ich mich erinnere, haben wir ein solches Treffen unter Mitterrand nicht wiederholt.

 

dokdoc: Ihr Verhältnis zu Deutschland war auch stark von Sprache und Literatur geprägt – insbesondere von Ernst Jünger, den Sie übersetzt haben. Welche Rolle spielte diese kulturelle Dimension bei Ihrer Arbeit für Mitterrand?

 

Morel: Ich hatte Jünger übersetzt und dem Präsidenten eine meiner Übersetzungen geschickt. Damit traf ich seine literarische Ader. Er las sie, später schickte ich ihm weitere. So entstand eine besondere Verbindung. Ich glaube, er verstand, dass mein Zugang zu Deutschland auch über die Literatur führte. Im Juni 1984, zum 40. Jahrestag der Landung in der Normandie, stellte sich die Frage, welchen Platz die Deutschen beim Gedenken einnehmen sollten. Wir suchten nach einer besonderen deutsch-französischen Geste und diskutierten verschiedene Möglichkeiten. Nach und nach entstand die Idee von Verdun. Mitterrand entschied schließlich, Jünger als Symbolfigur dazu einzuladen.

François Mitterrand und Helmut Kohl 1993 zu Besuch bei Ernst Jünger. Morel, selbst Übersetzer Jüngers, hatte Mitterrands Interesse an dem Schriftsteller geweckt (Copyright: Bundesarchiv, B 145 Bild-00087106)
François Mitterrand und Helmut Kohl 1993 zu Besuch bei Ernst Jünger. Morel, selbst Übersetzer Jüngers, hatte Mitterrands Interesse an dem Schriftsteller geweckt (Copyright: Bundesarchiv, B 145 Bild-00087106)

 

Hier kamen Literatur, Geschichte und Politik zusammen. Die Geschichte kann man nicht ungeschehen machen. Man muss einen Weg finden, mit ihr zu leben und etwas Neues aufzubauen. Einige Monate später sagte ich dem Präsidenten, dass Jünger nach Paris kommen würde. Er antwortete: „Organisieren Sie ein Mittagessen. Lassen Sie sich etwas einfallen.“ Ich dachte zunächst an Julien Gracq und Emil Cioran, mit denen Jünger in Paris verkehrte. Doch die Vorstellung, im Élysée zu Mittag zu essen, schüchterte sie offenbar ein. Sie sagten mir: „Melden Sie mich krank!“ Andere Freunde kamen – Henri Thomas, Michel Tournier. Es wurde ein sehr lebhaftes Mittagessen, eine wirkliche Begegnung. Danach schickte Mitterrand Jünger jedes Jahr zu seinem Geburtstag am 29. März eine persönliche Botschaft.

 

dokdoc: Kehren wir zum Schluss noch einmal zu Ihrem Satz von 1981 zurück: „Keine Beziehung ist so komplex, keine bestimmt unsere eigene Zukunft in vergleichbarem Maße.“ 45 Jahre sind vergangen, Europa und Deutschland haben sich grundlegend verändert. Würden Sie diesen Satz heute noch so schreiben?

 

Morel: Ja! Denn die deutsch-französische Beziehung hat tiefe historische Wurzeln, und diese Geschichte lässt uns nicht los. Beide Länder haben ihre eigenen Erinnerungen – starke, großartige, aber auch belastende. Natürlich ist zwischen den Menschen inzwischen sehr viel entstanden; ich denke insbesondere an das Deutsch-Französische Jugendwerk und später an den Deutsch-Französischen Bürgerfonds. Aber wir dürfen nicht glauben, dass seit der Begegnung zwischen de Gaulle und Adenauer alles selbstverständlich geworden ist. Ich habe dafür eine etwas vereinfachende Formel: Das Deutsch-Französische ist unverzichtbar, aber es muss jeden Tag neu erfunden werden. Es bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe. Das ist das richtige Wort: Das Deutsch-Französische ist unverzichtbar – und anspruchsvoll!

 

Das Gespräch führte Landry Charrier

 

Dieses Interview entstand im Rahmen des von der Otto Wolff Stiftung geförderten Projekts „Zeitzeug*innen digital. Erinnerungen, Erfahrungen und Perspektiven der deutsch-französischen Verständigung“

 

Unser Gast

Pierre Morel (Copyright: privat)
Pierre Morel (Copyright: privat)

Pierre Morel ist französischer Diplomat. Anfang der 1980er-Jahre sowie erneut 1991/92 beriet er François Mitterrand im Élysée-Palast in Europafragen. Als ausgewiesener Deutschlandkenner und Experte für europäische und strategische Fragen begleitete er unter anderem die deutsch-französische Annäherung beim Übergang von Helmut Schmidt zu Helmut Kohl.

 

 

 

 

 

 

 

 

In Kooperation mit der

Logo Otto Wolff Stiftung

This site is registered on wpml.org as a development site. Switch to a production site key to remove this banner.