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deutsch-französisches Handbuch

Offen für Neues

Von Felix Lennart Hake

Eine der 101 Ideen: ein Dîner en blanc, © picture alliance / Süddeutsche Zeitung

27. August 2019

Deutsch-französische Organisationen klagen zunehmend über schwaches Interesse an ihren Veranstaltungen sowie mangelnden Nachwuchs. Der Deutsch-Französische Jugendausschuss hat daher ein Handbuch mit 101 Ideen für die deutsch-französische Freundschaft veröffentlicht.

Sie sind das, was man gemeinhin als Fundament bezeichnet: über 160 Deutsch-Französische Gesellschaften, 2281 offizielle deutsch-französische Städtepartnerschaften sowie unzählige Schulpartnerschaften und Mitglieder. Sie alle setzen sich dafür ein, dass die zivilgesellschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich funktionieren, sich entwickeln und im besten Fall noch enger werden als zuvor. Unabhängig von der aktuellen politischen Lage ermöglichen sie jährlich Tausenden, einander kennenzulernen und das Partnerland abseits touristischer Pfade zu entdecken.

Die Jugend, die Jugend

Doch, wie für zahlreiche andere ehrenamtliche Akteure, wird es auch für viele deutsch-französische Vereine zunehmend schwieriger, junge Engagierte für ihre Arbeit zu gewinnen. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Wie dem auch sei: Die Gewinnung neuer Zielgruppen und künftige Unterstützung der deutsch-französischen Idee ist eine echte Herausforderung, wie das Deutsch-Französische Institut in seiner Städtepartnerschafts-Studie herausfand; über 1300 Städtepartnerschaften wurden dabei über ihre Situation befragt.

Neues ausprobieren

In vielen Gesprächen mit Vereinsvorständen und Partnerschaftsbeauftragten zeigt sich zudem eine gewisse Hilflosigkeit: „Das haben wir doch immer schon so gemacht“, heißt es beispielsweise. Neue Ideen seien rar und wenn man welche habe, dann seien diese nur schwer umsetzbar. Ein Grund für „101 Ideen für die deutsch-französische Freundschaft“: Sie sollen diejenigen motivieren, die ihrer Vereinsarbeit frischen Wind einhauchen wollen, und geben ihnen dabei praktische Tipps mit auf den Weg.

Gemeinsam mehr bewegen

Ob mehrtägige Begegnungen mit der Partnerstadt, Aktionen zur Vernetzung mit anderen Vereinen oder einfach umzusetzende Spiele und Aktivitäten – das Handbuch bietet für alle etwas. Dabei spielt vor allem die möglichst einfache Machbarkeit eine Rolle: die Ideen müssen unkompliziert umzusetzen sein. Die Betonung liegt auf einer guten Vernetzung und Kooperation mit anderen Vereinen vor Ort oder benachbarten Städtepartnerschaften. Gemeinsam lassen sich auch größere Projekte organisieren, indem Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden.

Flashmob und Escape Room

Bei den meisten Ideen bedarf es keiner großen Vorbereitung, dafür sind sie umso überraschender und kreativer. Zum Beispiel ein Flashmob, um zu einem aktuellen Thema oder Radio-Hit spontan Menschen zusammenzubringen und auf die eigene Städtepartnerschaft aufmerksam zu machen. Oder ein Escape Room für eine deutsch-französischen Gruppe, um über mögliche Sprachbarrieren hinweg das Teamgefühl zu stärken. Oder gemeinsam mit den Großeltern die Partnerstadt und das Nachbarland besuchen („On y va, Mamie, Papi ! – Auf geht’s, Oma, Opa!“). Auch eine Interrail-Tour mit Deutschen und Franzosen oder ein „Dîner en blanc“ können dem „Franco-Allemand“ ordentlich frischen Wind einhauchen.

Das Handbuch ist interaktiv und offen für Neues. Zwar gibt es eine handliche gedruckte Version zum Start des Heftes, die gleichzeitig veröffentlichte Online-Version der 101 Ideen ermöglicht es jedoch, eigene Ideen und Erfahrungen zu teilen und zum Ausbau dieser deutsch-französischen Ideensammlung beizutragen.

Das Handbuch ist verfügbar unter 101.dfja.eu.

Der Deutsch-Französische Jugendausschuss

Der Deutsch-Französische Jugendausschuss e.V. wurde im April 2016 gegründet und fördert als gemeinnütziger Verein das Engagement von jungen Menschen in den deutsch-französischen Beziehungen. Von anfangs sieben Gründungsmitgliedern auf mittlerweile über 80 Mitglieder angewachsen, ist der DFJA ein dynamisch wachsendes Netzwerk aus jungen französischen und deutschen Engagierten. Mit seinem Intergenerationellen Forum, wo ein Großteil der „101 Ideen für lebendige deutsch-französische Begegnungen“ entstand, in digitalen Projekten wie der deutsch-französischen Online-Plattform www.froodel.eu oder seinem Podcast „Figures Franco-Allemandes“ bietet der Verein gerade jüngeren Deutschen und Franzosen eine Möglichkeit, die deutsch-französischen Beziehungen aktiv zu gestalten.

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