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Deutsch-Französischer Bürgerfonds

Leuchtturmprojekte

Von Johanna Haag

Auf dem Festival PERSPECTIVES 2018, © Oliver Dietze

01. Januar 2021

Eine Online-Plattform für grenz- und generationsübergreifenden Dialog, ein Bürgerrat für mehr Mitbestimmung und ein Kulturfestival in der Grenzregion: Die ersten drei „Leuchtturmprojekte“ des Deutsch-Französischen Bürgerfonds stehen fest.

Es handelt sich um ein wichtiges Signal gerade in Tagen, in denen auch die Politik ihre deutsch-französische Zusammenarbeit verstärkt.

Der Bürgerfonds unterstützt grenzüberschreitende Initiativen in vier Förderkategorien: von kleinen Finanzspritzen bis zu 5000 Euro bis hin zur Finanzierung von Leuchtturmprojekten mit über 50.000 Euro, die sich durch besondere Strahlkraft, Reichweite und Relevanz auszeichnen und von einem Gremium ausgewählt werden.

Seit seinem Start im April 2020 hat der Bürgerfonds über 200 Initiativen verschiedenster Größenordnung, Themen und Formate unterstützt. Die Flexibilität unserer Fördersummen trägt den unterschiedlichen Bedürfnissen zivilgesellschaftlich engagierter Menschen Rechnung. Mit der Möglichkeit, ‚Leuchtturmprojekte‘ mit mehr als 50.000 Euro zu fördern, möchte der Bürgerfonds Organisationen anregen, besonders innovativ zu sein und deutsch-französische Projekte ins Leben zu rufen, die besonders nachhaltig wirken“, so Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.

Das Auswahlgremium besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Bürgerfonds, der für den Bürgerfonds zuständigen Ministerien und der Zivilgesellschaft (Lisi Maier, Deutscher Frauenrat; Jérôme Quéré, Mouvement Européen France). Im Februar 2021 hat es zum ersten Mal seit der Gründung des Bürgerfonds getagt und acht Anträge evaluiert. Die folgenden drei Projekte konnten dabei als deutsch-französische „Leuchttürme“ überzeugen.

V. l. n. r.: Manon Potet (Bürgerrat), Christina Langhans (Online-Plattform), Sylvie Hamard (Festival PERSPECTIVES), © Deutsch-Französischer Bürgerfonds / Gauthier Brunner

Deutsch-französischer Bürgerrat für mehr Mitbestimmung in der Grenzregion

Neue Formen der deliberativen Demokratie stoßen dies- und jenseits des Rheins auf wachsendes Interesse. Der deutsch-französische Bürgerrat bringt erstmals Bürgerinnen und Bürger beider Länder in diesem Format zusammen.

„Die Auswirkungen der Gesundheitskrise und der Grenzschließungen im Frühjahr waren besonders in den Regionen spürbar, wo deutsch-französische Zusammenarbeit eigentlich Alltag ist. Deshalb war es wichtig, einen Raum für den Dialog zwischen Bürger*innen auf beiden Seiten des Rheins zu schaffen: Hier tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus und entwickeln Empfehlungen für die künftige transnationale Zusammenarbeit, die sie im April 2021 an Entscheidungsträger*innen in Baden-Württemberg und Grand Est übergeben werden“, erklärt Manon Potet. Die Koordinatorin des Bürgerrats ist seit ihrem Studium zwischen Rennes und der TU Dresden auf Bürgerbeteiligung spezialisiert.

Wann: Dezember 2020 (Vorprojekt) bis April 2021
Wo: online; Baden-Württemberg & Grand Est
Wer: Particip’action & Stabsstelle der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung (Baden-Württemberg)

Deutsch-französisches Festival PERSPECTIVES

Als einziges deutsch-französisches, grenzüberschreitendes Festival für Bühnenkunst ist das Festival PERSPECTIVES seit über 40 Jahren ein Paradebeispiel für kulturelle Zusammenarbeit und fest zwischen Saarland und Moselle verankert: Tanz, Theater, Neuer Zirkus, Performance und Musik begeistern jährlich bis zu 30.000 Besucherinnen und Besucher an über 10 Spielorten dies- und jenseits der Grenze. In diesem Jahr planen die Organisatorinnen mit verschiedenen Szenarien, um das Festival coronakonform durchführen zu können.

Sylvie Hamard ist seit 2007 die künstlerische Leiterin des Festivals und seit über 20 Jahren in der deutsch-französischen Kulturszene aktiv: „Ich wünsche mir, dass PERSPECTIVES eine noch aktivere Rolle dabei spielt, die Bürger*innen der Grenzregion Saar/Moselle mit Kultur und Bühnenkunst in einem fröhlichen, familiären Ambiente einander näher zu bringen. Was könnte verbindender sein, als mit anderen im selben Theatersaal Emotionen zu teilen? Das Deutsch-Französische ist in meinen Augen eine Herausforderung, aber auch eine einmalige Chance. Es ist das Herz des Festivals.“

Wann: Mai 2021 (je nach Pandemielage)
Wo: Saarland & Mose
Wer: Festival PERSPECTIVES & mehrere französische Partnerorganisationen

Online-Plattform für grenz- und generationenübergreifenden Dialog

Mit wenigen Klicks Menschen beider Länder ins Gespräch bringen, die sich einander sonst nie begegnet wären: Das ist das Ziel der Online-Plattform, die auf dem Konzept der „Lebendigen Bibliothek“ beruht. Lebendige „Bücher“, das heißt Personen, teilen ihre Ansichten zu bestimmten Themen mit allen, die sie „ausleihen“.

„Pandemiebedingt kann derzeit nur beschränkt direkter Austausch zwischen Bürger*innen Frankreichs und Deutschlands stattfinden. Mit unserer Plattform möchten wir dieses Vakuum zu füllen und auch andere mögliche Austauschhürden, zum Beispiel aufgrund von finanziellen, sozialen oder zeittechnischen Gründen, überwinden“, so Christina Langhans, die das Projekt koordiniert, als Referentin für die Europäische Jugendbildungsstätte Magdeburg arbeitet und das Informationszentrum Europe Direct Halle leitet.

Wann: Sommer 2021 (Launch)
Wo: Sachsen-Anhalt & Centre-Val-de-Loire bzw. deutschland- und frankreichweit
Wer: Europäische Jugendbildungsstätte Magdeburg & CRIJ Centre-Val de Loire


Johanna Haag verantwortet die Kommunikation des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.


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