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Nouvelles adresses

Wo Paris sich neu erfindet

Von Birgit Holzer

© Madame Rêve

17. Oktober 2021

Im Sommer und Herbst 2021 haben in der französischen Hauptstadt einige neue und teils lange erwartete Hotels, Restaurants, Geschäfte und Locations eröffnet.

Es muss nicht immer dasselbe Bistro sein, die ewig gleiche Bar, das nie wechselnde Stammhotel: Wer in Paris lebt oder in Frankreichs Hauptstadt reist, kann nicht nur aus einer überwältigenden Auswahl an Ausgeh-, Shopping- und Unterkunftsmöglichkeiten wählen. Sondern es öffnen auch regelmäßig neue Orte, die mit originellen und einfallsreichen Konzepten versuchen, Gäste anzuziehen und so gegen die große Konkurrenz zu bestehen. Dabei ließen sich Gastronomie, Geschäfte und Hotels auch von Corona und monatelangen Schließungen sowie dem dramatischen Einbruch der Touristenzahlen nicht entmutigen: Sie starteten mit neuen Ideen und Adressen in die rentrée. Hier ist eine Auswahl.

Francette, quai de Suffren

Dieses Boot ist nicht auf der Seine unterwegs, sondern liegt dauerhaft „auf dem Wasser unter dem Eiffelturm“ (Sur l’eau sous la Tour Eiffel). Vom Schiffsdeck aus, einer Terrasse mit 250 Quadratmetern, hat man direkten Blick auf den Eiffelturm. Im Restaurant stehen Fisch und Meeresfrüchte auf der Speisekarte. Abends, wenn der Eiffelturm stündlich in der Dunkelheit funkelt, werden bis ein Uhr nachts Cocktails serviert.

Madame Rêve, 48 rue du Louvre

„Ich hatte einen Traum …“, so beschreibt der Geschäftsmann Laurent Taïeb seine Vision vom „Hotel von morgen“ und begründet damit den Namen seines Projekts „Madame Rêve“. Das Hotel in einem historischen Post-Gebäude (Grand Hôtel de la Poste), zentral zwischen dem Louvre, der ehemaligen Handelsbörse (heute Ausstellungsort der Pinault Collection) und der Kirche Saint-Eustache gelegen, verfügt über 82 Zimmer. Die Rooftop-Bar ist auch für Gäste von außen zugänglich. Sie ist 1000 Quadratmeter groß, üppig bepflanzt und bietet im Herzen der Stadt einen spektakulären Panoramablick auf Paris und seine Wahrzeichen. Frühaufsteher können am Morgen an Yoga-Kursen über den Dächern von Paris teilnehmen.

La démesure en scène, quai Anatole France und Quai de la Rapée

„Das Übermaß auf der Bühne“, eine Fusion von Gastronomie und Bühnenkunst, gibt es am Seine-Ufer im 12. Arrondissement im Osten der Stadt schon etwas länger; nun eröffnete ein weiterer Ableger mit dem originellen Konzept am Quai Anatole France im Westen der Stadt, auch hier an der Seine: Neben italienischer Küche gibt es von Mittwoch- bis Samstagabend Standup-Comedy, Konzerte und Kabarettshows.

TRAM Café librairie, 47 rue de la Montagne-Sainte-Geneviève

Ganz neu ist auch nicht die Idee, Café und Buchhandlung zu verbinden, wohl aber dieser Ort: Auf dem Hügel der Montagne Sainte-Geneviève, unweit des Panthéon und mitten im historischen Pariser Studentenviertel, wurde gerade das literarische Café (oder ist es eine Buchhandlung mit gastronomischem Angebot) TRAM eröffnet. Etwa 5000 Werke, von Romanen bis Comicbänden, stehen in den Regalen; Buchhändlerin Marion gibt Empfehlungen. Die Snacks sind hausgemacht („faits maison“).

© TRAM

Ciel, 202 rue des Magasins-Généraux, Aubervilliers

Der Name Ciel besagt bereits, dass die Gäste sich hier in dieser nördlichen Pariser Banlieue unter freiem Himmel befinden (d. h. vielleicht auch im siebten Himmel?), jedenfalls an einem (allerdings nur an schönen Tagen) luftigen und lebendigen Ort. In diesem „festlichen und vergänglichen Garten“, den die Vereinigung Sous les Fraises (Unter den Erdbeeren) gestaltet hat, bieten Food-Trucks Spezialitäten aus aller Welt wie Naturweine, Kraftbier und Biosäfte an; ein DJ legt Pop, Disko oder Elektro auf.

Maison Alaena, 32 rue de Paradis

Hier kommt auch der hektischste Pariser und die aufgedrehteste Pariserin in einen Zen-Zustand – das zumindest ist das Ziel dieses paradiesischen Ortes in der Paradiesstraße rue de Paradis (Nomen est omen). Auf dem achten und damit obersten Stockwerk dringt viel Licht in den minimalistisch eingerichteten Hauptraum. Von der begrünten Terrasse aus hat man einen Blick über die Dächer von Paris. Tagsüber werden Massagen und Yoga-Kurse angeboten – und im Café ein „Schöner-Haut-Saft“ und heiße Schokolade namens „Anti-Stress“.

Hôtel Cheval Blanc, 8 quai du Louvre

Jahrelang haben die Renovierungsarbeiten gedauert, bis das historische Kaufhaus La Samaritaine wieder eröffnen konnte – als Luxustempel, so wie ihn der neue Besitzer, der Multimilliardär und Geschäftsmann Bernard Arnault, gewollt hat. Das jüngste 5-Sterne-Hotel von Paris soll auch für Nichthotelgäste attraktiv (und bezahlbar) sein: Boutiquen, vier Restaurants, Bar,  Spa mit Pool … Eine Nacht in einem der 72 Zimmer oder Suiten kostet mindestens 1150 Euro.

Ghost Galerie, 62 rue du Faubourg-Saint-Honoré

„Nach Marseille Paris“: Die in der Ghost Galerie (seit 2012 im Grafitti-Hotspot Marseille, nun auch in der schicken Rue du Faubourg-Saint-Honoré) ausgestellten „Post-Graffiti old school“ sind inspiriert von Wandmalerei im öffentlichen Raum. Die beiden Sammler und Kunsthändler Stéphane Miquel und Caroline Pozzo di Borgo bleiben diesem Stil auch in ihren neuen, sehr modern ausgestatteten Räumlichkeiten auf drei Etagen und 600 Quadratmetern treu. Mit Werken vertreten sind u. a. Eddie Martinez, Leonar McGurr alias Futura, Josh Sperling und Todd James.


Drei besondere Orte in Paris

Katzen am Tisch: Le Café des Chats

Ein Café und Restaurant, bevölkert von Katzen („sterilisiert und regelmäßig geimpft“).
9 rue Sedaine, 11e

© Le Café des Chats

Blindverkostung: Dans le noir

Wird das Sehen überbewertet? Reicht es beim Essen, sich auf seine Geschmacksnerven zu verlassen? Wie erleben eigentlich Blinde einen Besuch im Restaurant? Antworten gibt das Restaurant Dans le noir. Hier essen die Gäste mittags und abends in absoluter Dunkelheit – eine neue Erfahrung der Sinne. Das Bedienungspersonal ist blind.
51 Rue Quincampoix, 4e

Ein Baumhaus im Häusermeer: Sur Un Arbre Perché

Orte, die das Gefühl geben, in der freien Natur zu sein, obwohl sie sich mitten in der Großstadt befinden, sind im Trend – diese Oase der Ruhe („Restaurant & Shiatsu“), dekoriert wie ein Baumhaus, gehört dazu. Wer mag, kann sich nach dem Essen massieren lassen.
1 rue du 4 septembre, 2e

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