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Atout France

Neues im Midi

Monika Fritsch

Oscar Niemeyer in der Provence, © Wearecontents

15. Juli 2022

Neuigkeiten aus dem Süden Frankreichs, le Midi: Oscar Niemeyer auf dem Anwesen Château La Coste bei Aix-en-Provence, Rugby, Weinbau und Jazz auf der Domaine de l’Hospitalet nahe Narbonne und Wohnen im Schloss der Domaine de Maucausson in Okzitanien.

Der Pavillon Oscar Niemeyers liegt auf einem Vermentino-Weinberg, © Wearecontents

Château la Coste – neuer Pavillon von Oscar Niemeyer

Auf dem Gelände des Château la Coste können Besucher ab sofort den neuen Pavillon des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer bewundern. Ab 1. Juli 2022 wird er mit einer Wechselausstellung mit Werken von Annie Morris für das Publikum geöffnet.

Die Fertigstellung der Arbeiten war sehnsüchtig erwartet worden. Das Projekt, das zwischen 2010 und 2013 entworfen wurde, ist das letzte, das der Meister der modernen Architektur ausgearbeitet hat, und sein letztes Geschenk an Frankreich, ein Land, das ihm sehr am Herzen lag (auch in Leipzig wurde einer seiner Entwürfe posthum realisiert).

„Die Arbeit an diesem Projekt hat mir sehr viel Freude bereitet. Der Ort ist wunderschön. Es ist eine gesunde und friedliche Umgebung. Ich wollte dort eine leichte Konstruktion schaffen, die mit der Landschaft und der Vegetation harmoniert. Es wird eine Freude für die Besucher sein, um dieses perfekt an den Ort angepasste Gebäude herum zu spazieren.“

Der neue Pavillon, der inmitten eines Vermentino-Weinbergs errichtet wurde, beherbergt einen Ausstellungsraum und ein Auditorium. Der Zugang erfolgt über eine Brücke, die auf eine große, geschwungene Glasfassade führt und die zu einem 380 Quadratmeter großen Raum führt. Das angrenzende Auditorium bietet etwa 80 Sitzplätze in einer 140 Quadratmeter großen zylindrischen Struktur.

Typisch für Oscar Niemeyer, untypisch für Südfrankreich, © Wearecontents

Der geschwungene Pavillon, ein Symbol für Niemeyers sinnlich-organische Architektur, schmiegt sich perfekt an die hügeligen Weinberge des provenzalischen Hügels an. Die beeindruckende Glasfassade vermittelt den Eindruck, dass sich die Weinberge im Gebäude fortsetzen, während das Wasserbecken am Eingang mit Reflexionen und Licht spielt.

Château la Coste ist zugleich Weingut und Kunstzentrum. Es verfügt mit der Villa la Coste über ein Hotel, mehrere Restaurants unterschiedlicher Kategorien und liegt nur wenige Kilometer außerhalb von Aix-en-Provence. Auf dem weitläufigen Gelände sind zahlreiche Kunstwerke, unter anderem von Tadao Ando, Louise Bourgeois, Frank Gehry und neuerdings auch Bob Dylan ausgestellt.

Informationen:
https://chateau-la-coste.com

Rugby, Weinbau und Jazz: Domaine de l‘Hospitalet

Frankreich ist vom 8. September bis 28. Oktober 2023 Gastgeber des Rugby World Cup 2023 – ein sportliches Großereignis, das viele Fans im In- und Ausland mit Spannung erwarten. Einer darunter ist ganz sicher Rugby-Rentner Gérard Bertrand, der beim RC Narbonne spielte und seine Karriere dort als Kapitän beendete. Bertrand hat eine neue Berufung gefunden: den Weinbau. Er stieg früh in das Weingut seines Vaters ein und machte es sich zum Ziel, seine biodynamischen Weine zu einem Botschafter der Region Okzitanien zu machen.

Die Villa Soleilla, © Soufiane Zaidi

Herzstück des Familienbesitzes ist das Château l‘Hospitalet im Massiv von la Clape, einem Teil der Pyrenäenkette, nahe Narbonne. Dokumente aus dem Jahr 1561 bezeugen die Mission, Pilger willkommen zu heißen. Diese Berufung zur Gastfreundschaft inspirierte Gérard Bertrand, die Domaine de l’Hospitalet seit dem Erwerb des Anwesens im Jahr 2002 zu einem Mekka der mediterranen Lebenskunst zu machen. Heute verfügt das Château über ein Hotel mit 17 Suiten und 13 Zimmern; in der Villa Soleilla stehen weitere 13 Suiten zur Verfügung. Daneben gibt es ein Gourmetrestaurant Chez Paule unter der Leitung von Laurent Chabert, einen Verkostungs- und Verkaufskeller, einen Kunstraum und ein reichhaltiges Angebot an sensorischen Führungen rund um den Wein. Es fehlte die Musik: 2004 fand im Schloss das erste Festival Jazz à l‘Hospitalet statt, das inzwischen zu einer internationalen Referenz geworden ist.

Die Liebe zum Rugby hat Bertrand nie vergessen – einige ehemalige Rugbyspieler sind heute für sein Unternehmen auf insgesamt 16 Weingütern tätig. Die gemeinsame Passion verbindet.

Informationen:
www.chateau-hospitalet.com

Wohnen im Schloss Domaine de Montcausson

Für alle, die sich einmal wie ein Schlossherr fühlen möchten, gibt es jetzt eine neue Adresse in Okzitanien: Die Domaine de Montcausson bietet in einem Schloss aus dem 18. Jahrhundert fünf individuell eingerichtete Gästezimmer. Jedes der Zimmer verfügt über ein eigenes Badezimmer und bietet einen Ausblick auf ein fünf Hektar großes Parkgelände mit altem Baumbestand. Das Frühstück kann entweder im Saal oder auf der Terrasse genossen werden.

Schlafen wie Gott in Frankreich, © Domaine de Montcausson

Gäste, die sich mehr Unabhängigkeit wünschen, sind in einem der 10 Gîtes gut aufgehoben. Jede der Ferienwohnungen verfügt über eine vollständig ausgestattete Küche. Auch Radler werden hier willkommen geheißen – es gibt eine Fahrradgarage.

Die Domaine de Montcausson befindet sich sieben Kilometer von Revel entfernt und damit an der „Quelle“ des Canal du Midi, der seit dem 17. Jahrhundert Mittelmeer und Atlantik verbindet. Der Erfinder des Canal, Pierre-Paul Ricquet, hatte sich 1648 in Revel niedergelassen und heute gehört sein Werk zum Welterbe der UNESCO. In St. Férréol können Besucher im Museum ´Le Réservoir´die technische Meisterleistung nachempfinden. Der Canal du Midi ist ein von Hausboottouristen sehr geschätztes Fahrgebiet, und auf den Treidelpfaden tummeln sich Radler, Wanderer und Pilger.

Informationen:
www.domainedemontcausson.fr

Linktipp:
Cay Rademacher: Briefe aus der Provence

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