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Streetart

Fluctua(r)t nec mergitur

Von Jörg-Manfred Unger

Streetart ist fast immer anonym und oft subversiv. © dokdoc.eu

26. Mai 2020

Das 2019 eröffnete Pariser Museum für Streetart (Centre d‘art urbain) schwimmt auf der Seine. Es heißt Fluctuart und spielt damit auch auf den lateinischen Wahlspruch im Wappen der französischen Hauptstadt an: Fluctuat nec mergitur – das Schiff schwankt, geht aber nicht unter.

Das am linken Seine-Ufer gegenüber dem Grand Palais gelegene dreistöckige Museumsschiff Fluctuart vom Architekturbüro Seine Design ist Teil des seit 2015 initiierten Projekts „Réinventer la Seine“ (die Seine neu erfinden). Es zeigt auf 1000 Quadratmetern Streetart und Graffiti in dreimal jährlichen Wechselausstellungen sowie dauerhaft Werke von namhaften Künstlern wie Bansky, Keith Haring, JR und Invader. Zum Angebot gehören auch eine Bibliothek und Workshops; der Eintritt ist frei.

© Johannes Mues

Die transparente und elegante Konstruktion mit Rooftop-Bar wird abends zur originellen und chilligen Location inklusive DJs und Events mitten in Paris.

Authentische Streetart-Hochburgen in der französischen Hauptstadt sind Ménilmontant, der Ourcq-Kanal und das Butte-aux-Caille-Viertel im 13. Arrondissement.

Street Art City

Im französischen Lurcy-Lévis, Auvergne/Allier, befindet sich die weltweit einzigartige Street Art City. Seit 2016 gestalten Streetart-Künstlerinnen und -Künstler aus aller Welt die Wände an und in den Häusern des 20 Jahre lang verlassenen Ortes, der zuvor als Schulungszentrum der französischen Post diente – bis heute über 300 aus 52 Ländern. Untergebracht in einem der zur „Künstlerresidenz“ umfunktionierten Gebäude bleiben sie in der Regel 2-4 Wochen auf Einladung der Eigentümer Gilles et Sylvie Iniesta vor Ort – eine Art „Villa Medicis“ in tiefster französischer Provinz.

Das Areal kann 2020 bis zum 1. November besichtigt werden; 3-5 Stunden werden dafür empfohlen. Auf 10 Hektar und 13 Gebäuden sind inzwischen mit 9600 Litern Farbe und 46000 Spraydosen über 90 Außenfresken, Streetart und Graffiti auf 22500 Quadratmetern entstanden, auch in den Innenräumen des „Hotel 128“; hinzu kommen Einzelausstellungen, Workshops, offene Ateliers, Galerien, der Verkaufsraum „Kuriositätenkabinett“ sowie Gastronomie und Unterkunftsempfehlungen in der von touristischen Routen fernab gelegenen Gegend.

Es ergänzt die zahlreichen französischen Streetart-Festivals wie das Street’Art’magnac in Eauze um einen außergewöhnlichen Ort.

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2 Kommentare/Commentaires

  1. Auch Marseille ist eine Streetart-Hochburg: In den Hotspots Quartier du Panier, Cours Julien und La Plaine mit all den Murals, Pochoirs, Mosaiken und Totems finden sogar Führungen statt.

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